doch nur von kurzer Dauer « erwiderte ich und dann fuhr ich fort ihm zu berichten wie man mich in Moor-House aufgenommen hatte wie ich die Stelle einer Schulleiterin erhalten u s w In der richtigen Reihenfolge kam dann wie ich zu meinem Reichtum gelangt und die Auffindung meiner Verwandten Natürlich kam der Name St John Rivers im Verlauf meiner Erzählung häufig vor Als ich zu Ende war knüpfte er sofort an diesen Namen an »Dieser St John ist also dein Vetter « »Ja.« »Du hast viel von ihm gesprochen Hattest du ihn lieb « »Er war ein sehr guter Mann Sir ich konnte nicht umhin ihn lieb zu haben.« »Ein guter Mann Bedeutet das ein achtbarer ruhiger Mann von fünfzig Jahren Oder was soll das heißen « »St John war erst neunundzwanzig Jahre alt Sir.« »Jeune encore « wie die Franzosen sagen Ist er ein Mensch von kleiner Figur phlegmatisch und häßlich Ein Mensch dessen Güte eigentlich mehr darin besteht daß er keinem Laster fröhnt als daß er irgend eine Tugend übt « »Er ist unermüdlich thätig Er lebt nur um große und erhabene Thaten zu vollbringen.« »Aber sein Verstand Der wird wohl nur gering sein Er hat die besten Absichten aber man zuckt die Achseln wenn man ihn reden hört « »Er spricht wenig Sir was er aber sagt trifft stets ins Schwarze Er hat einen außerordentlichen Verstand – das ist meine Ansicht – nicht sehr empfänglich aber mächtig.« »Er ist also ein gescheiter Mann « »Sehr gescheit.« »Ein durch und durch gebildeter Mann « »St John Rivers ist ein hervorragender und gründlich gebildeter Gelehrter.« »Aber mich dünkt du sagtest daß seine Manieren nicht ganz nach deinem Geschmack seien – pfäffisch und langweilig « »Ich sprach durchaus nicht von seinen Manieren aber ich müßte einen sehr schlechten Geschmack haben wenn sie mir nicht gefielen Er ist höflich ruhig und beherrscht sich stets.« »Sein Äußeres – ich habe ganz vergessen welche Beschreibung du von seinem Äußeren machtest eine Art von ungehobeltem Landprediger der in seiner weißen Krawatte halb erstickt und auf seinen dicksohligen Stiefeln wie auf Stelzen geht was « »St John kleidet sich sehr gut Er ist ein schöner Mann schlank blaß mit blauen Augen und griechischem Profil.« Beiseite »Hol ihn der Teufel « – Zu mir gewendet »Und hattest du ihn lieb Jane « »Ja Mr Rochester ich hatte ihn lieb aber Sie haben mich ja schon einmal danach gefragt.« Ich bemerkte natürlich schon lange was der Fragesteller beabsichtigte Die Eifersucht hatte sich seiner bemächtigt sie quälte und reizte ihn aber dieser Reiz war gesund er riß ihn aus der qualvollen Melancholie welcher er anheimgefallen Deshalb wollte ich das grünäugige Ungeheuer auch nicht sofort bändigen »Vielleicht wird es Ihnen unbequem Miß Eyre noch länger auf meinem Knie zu sitzen « war seine nächste ziemlich unerwartete Bemerkung »Weshalb Mr Rochester « »Das Bild welches Sie mir soeben entworfen haben muß Ihnen den überwältigenden Kontrast noch deutlicher vor Augen führen Ihre Worte haben einen herrlichen Apoll auf das anmutigste