wenn ich sie noch einmal an mein Herz drückte wie ich es jetzt thue und sie küßte – wie jetzt und fühlte daß sie mich liebte und hoffte daß sie mich nicht verlassen würde.« »Und das werde ich von heute an auch nicht mehr thun Sir.« »Nicht mehr thun sagt die Vision Aber ich erwachte stets und fand daß es bittere Täuschung gewesen und ich war einsam und verlassen – mein Leben dunkel trübe hoffnungslos – meine Seele dürstete und niemand reichte ihr einen erquickenden Trunk – mein Herz hungerte und die Nahrung blieb ihm versagt Du sanfter süßer Traum der du mir jetzt im Arm ruhst du wirst wiederum entfliehen wie all deine Brüder vor dir entflohen sind Aber küsse mich bevor du gehst Küß mich Jane Geliebte « »Ja Sir einmal – und noch einmal « Ich preßte meine Lippen auf seine einst so strahlenden und jetzt völlig glanzlosen Augen – ich strich ihm das Haar aus der Stirn und küßte auch diese Plötzlich schien er sich aufzuraffen er wurde sich der Wirklichkeit dessen was geschah bewußt »Bist du es Jane – bist du es wirklich – wirklich Bist du zu mir zurückgekehrt « »Das bin ich « »Und du liegst nicht tot in irgend einem Graben oder einem Flusse Du weilst nicht traurig und einsam und ausgestoßen unter fremden Menschen « »Nein Sir ich bin jetzt völlig unabhängig.« »Unabhängig Was heißt das Jane « »Mein Onkel auf Madeira ist gestorben und hinterließ mir fünftausend Pfund « »Ah dies ist praktisch Jetzt sind wir in der Wirklichkeit « rief er aus »das hätte ich mir niemals träumen lassen Ich höre wieder ihre eigenartige Stimme so belebend so reizend so pikant und doch so sanft Es erfrischt mein krankes Herz sie zu hören sie flößt mir neues Leben ein – Was Janet du bist jetzt unabhängig am Ende gar reich « »Beinahe reich Sir Wenn Sie mich nicht hier wohnen lassen wollen so kann ich mir ein Haus ganz nahe bei Ihrer Thür bauen und dann können Sie zu mir kommen und bei mir im Wohnzimmer sitzen wenn Sie sich des Abends nach Gesellschaft sehnen.« »Da du nun aber reich bist Jane so wirst du ohne Zweifel Freunde haben die sich um dich bekümmern und nicht dulden werden daß du dich ganz und gar einem armen blinden Jeremias widmest.« »Ich sagte Ihnen ja daß ich unabhängig bin Sir und reich obendrein ich bin jetzt meine eigene Herrin.« »Und du willst bei mir bleiben « »Gewiß – wenn Sie nichts dagegen haben Ich werde Ihre Nachbarin Ihre Pflegerin Ihre Haushälterin sein Ich finde Sie hier einsam und traurig ich werde Ihre Gesellschafterin sein Ich will Ihnen vorlesen mit Ihnen spazieren gehen bei Ihnen sein Ihnen aufwarten und Sie bedienen Augen und Hand für Sie sein Mein teurer Herr jetzt dürfen Sie nicht mehr so traurig aussehen so lange ich lebe werden Sie nicht mehr einsam sein.« Er entgegnete nichts er schien ernst – in Gedanken versunken Er öffnete die Lippen