der Gouvernante fragen wollen so muß ich Ihnen denselben aus eigenem Antriebe nennen Warten Sie – ich habe ihn hier – es ist immer besser wichtige Dinge niedergeschrieben fein säuberlich schwarz auf weiß zu haben.« Und wieder zog er ganz gelassen die Brieftasche hervor öffnete sie und suchte etwas darin aus einer der kleinen Abteilungen zog er ein unscheinbares Stückchen Papier welches in Eile abgerissen zu sein schien ich erkannte an seiner Farbe und seinen Flecken von ultramarin und blau und hochrot den geraubten Rand der Porträthülle Er stand auf hielt es mir dicht vor die Augen und ich las in schwarzer Tusche von meiner eigenen Hand geschrieben die Worte »Jane Eyre« – wahrscheinlich das Werk eines Augenblicks der Geistesabwesenheit »Briggs schrieb mir von einer Jane Eyre « sagte er »die Zeitungsnummern nannten eine Jane Eyre – ich kannte eine Jane Elliot – Ich muß gestehen daß ich Argwohn Vermutungen hegte aber erst gestern nachmittag wurden sie zur Gewißheit Sie bekennen sich zu dem Namen und entsagen dem alias « »Ja ja – aber wo ist Mr Briggs Vielleicht weiß er mehr von Mr Rochester als Sie « »Briggs ist in London ich zweifle daß er überhaupt irgend etwas von Mr Rochester weiß es ist nicht Mr Rochester für den er Interesse hat Inzwischen vergessen Sie aber die Hauptsachen indem Sie Kleinigkeiten nachgehen Sie fragen nicht weshalb Mr Briggs Sie suchte – was er von Ihnen wollte.« »Nun was wollte er « »Ihnen nur mitteilen daß Ihr Onkel Mr Eyre auf Madeira tot sei daß er Ihnen sein ganzes Vermögen hinterlassen habe und daß Sie jetzt reich seien – nur das – weiter gar nichts.« »Ich reich « »Ja Sie reich – eine Erbin « Darauf entstand eine Pause »Natürlich müssen Sie Ihre Identität beweisen « fuhr Mr St John nach längerem Schweigen fort »ein Schritt der indessen keine Schwierigleiten darbietet dann können Sie sofort Besitznahme ergreifen Ihr Vermögen ist in der englischen Bank angelegt Briggs hat das Testament und die nötigen Dokumente.« So war es denn mit einem Schlage anders geworden Es ist eine schöne Sache mein lieber Leser in einem kurzen Augenblick von Armut zu Reichtum emporgehoben zu werden – eine sehr schöne Sache aber immerhin ein Ding das man nicht in einem Moment begreifen und folglich genießen kann Und dann giebt es Zufälle im Leben die viel erschütternder oder entzückender sind dies ist solide ein Ding der Wirklichkeit nichts ideales dabei alles was damit in Verbindung steht ist solide und geschäftsmäßig und die Wirkungen sind es ebenfalls Man schreit und springt nicht Man ruft nicht Hurrah wenn man erfährt daß man ein Vermögen bekommen hat Man fängt an die Verantwortlichkeiten in Erwägung zu ziehen und über Geschäftsangelegenheiten nachzudenken auf einer Basis stetiger Befriedigung erheben sich gewisse ernste Sorgen – und wir sammeln uns und brüten mit feierlich ernster Stirn über den uns zu teil gewordenen Segen Und überdies gehen die Worte Vermächtnis und Hinterlassenschaft Seite an Seite mit den Worten Tod und Begräbnis Ich hatte gehört daß