Rivers « fragte ich »Sie werden nicht lange in Morton bleiben nein nein « »Weshalb Welchen Grund haben Sie das zu sagen « »Ich lese es in Ihrem Auge es verspricht keinen ebenen ruhigen Lebensweg.« »Ich bin nicht ehrgeizig.« Er fuhr zusammen bei dem Worte »ehrgeizig« Dann wiederholte er »›ehrgeizig‹ nein Was ließ Sie an Ehrgeiz denken Wer ist ehrgeizig Ich weiß daß ich es bin Aber wie haben Sie das entdeckt « »Ich sprach nur von mir selbst.« »Nun wenn Sie nicht ehrgeizig sind so sind Sie – – « hier hielt er inne »Was « »Ich wollte sagen »leidenschaftlich« aber vielleicht hätten Sie das Wort mißverstanden und wären verletzt gewesen Ich meine nur daß menschliche Sympathien und die Liebe von Herz zu Herz große Macht über Sie haben Ich bin überzeugt daß es Ihnen nicht für lange genügen wird Ihre freie Zeit in Einsamkeit zuzubringen und Ihre Arbeitsstunden einer einförmigen Arbeit zu widmen welche durchaus jeden Reizes entbehrt – ebensowenig wie ich zufrieden sein kann « fügte er mit Emphase hinzu »hier im Morast begraben von Bergen eingeengt zu leben meine Natur die mir Gott gegeben hat sträubt sich dagegen meine Fähigkeiten mir vom Himmel geschenkt werden gelähmt und liegen nutzlos da Sie hören jetzt wie ich mir selbst widerspreche Ich der ich Zufriedenheit mit einem bescheidenen Lose predigte und sogar den Beruf eines Holzhackers eines Wasserschöpfers im Dienste Gottes rechtfertigte – ich sein gesalbter Bote ich tobe beinahe in meiner Ruhelosigkeit Ah auf irgend eine Weise müssen angeborene Neigung und Grundsätze miteinander versöhnt werden.« Er verließ das Zimmer In dieser kurzen Stunde hatte ich ihn besser kennen gelernt als in dem ganzen vorhergehenden Monat und doch zerbrach ich mir noch den Kopf über ihn Diana und Mary Rivers wurden immer stiller und schweigsamer je näher der Tag kam an dem sie ihren Bruder und ihr Heim verlassen sollten Beide versuchten nicht anders zu erscheinen als gewöhnlich Aber der Kummer gegen welchen sie zu kämpfen hatten war der Art daß er weder leicht zu besiegen noch zu verheimlichen war Diana deutete an daß dies eine Trennung sein würde sehr verschieden von jeder bisherigen Was St John anbetraf so würde es wahrscheinlich ein Abschied für lange Jahre sein – vielleicht sogar eine Trennung fürs Leben »Er wird alles seinen längst gefaßten Entschließungen opfern « sagte sie »die Bande der Natur und noch viel mächtigere Gefühle Jane St John sieht ruhig aus aber in seinem Innern tobt ein brennendes verzehrendes Fieber Du hältst ihn für sanft und milde – und doch ist er in manchen Dingen unerbittlich wie der Tod Und was das Schlimmste ist mein Gewissen erlaubt mir kaum ihm von seinen strengen Entschließungen abzureden denn wahrhaftig ich kann ihn nicht einen Augenblick dafür tadeln Es ist recht – edel – christlich – und doch bricht es mir das Herz « Und heiße Thränen entquollen ihren schönen Augen Mary neigte den Kopf tief auf ihre Arbeit »Wir haben jetzt keinen Vater mehr bald werden wir auch kein Heim und