hellen sonnigen Fluren Das schwere Rollen von Rädern lenkte meine Gedanken wieder auf die vor mir liegende Straße ich sah einen hochbeladenen Wagen hügelaufwärts streben und eine kurze Strecke dahinter erblickte ich zwei Kühe mit ihrem Treiber Menschliches Leben und menschliche Arbeit waren mir also nahe Ich mußte mich nun weiter schleppen versuchen zu leben und zu arbeiten wie die Übrigen Gegen vier Uhr nachmittags kam ich in das Dorf Um Ende seiner einzigen Straße war ein kleiner Laden mit einigen Semmeln und Broten im Fenster Ich sehnte mich nach einem Laib Brot Durch solche Erfrischung war es mir vielleicht möglich einen gewissen Grad von Energie wieder zu erlangen ohne dieselbe war es mir unmöglich weiter zu gehen Der Wunsch nach Kraft und Stärke und Widerstandsfähigkeit kehrte zurück sobald ich wieder unter meinen Mitmenschen war Ich fühlte daß es entehrend sei an der Dorfstraße vor Hunger ohnmächtig zu werden Besaß ich denn nichts was ich jenen Leuten zum Tausch gegen eins jener Brote anbieten konnte Ich dachte nach Um den Hals hatte ich ein kleines seidenes Tuch geschlungen ich hatte auch Handschuhe Wie sollte ich wissen was Männer oder Frauen thaten wenn sie an den äußersten Grenzen der Not angelangt waren Ich wußte ja nicht ob die Leute irgend einen dieser Gegenstände annehmen würden wahrscheinlich würden sie es nicht thun – aber ich mußte es versuchen Ich trat in den Laden Eine Frau war darin anwesend Als sie eine anständig gekleidete Person sah eine Dame wie sie vermutete trat sie mit größter Höflichkeit vor Womit sie mir dienen könne Ich kam fast um vor Scham Meine Zunge konnte die wohlvorbereitete Bitte nicht hervorstammeln Ich wagte nicht ihr die abgenützten Handschuhe oder das zerdrückte Seidentuch anzubieten Außerdem sah ich auch ein daß es dumm sein würde Ich bat sie nur um die Erlaubnis mich einen Augenblick setzen zu dürfen da ich sehr ermüdet sei Getäuscht in ihrer Erwartung auf einen Kunden gewährte sie meine Bitte fast widerstrebend Sie zeigte auf einen Stuhl ich brach darauf zusammen Die Thränen waren mir nahe und ich befand mich in der größten Versuchung ihnen nachzugeben Doch sah ich noch zu rechter Zeit ein wie unvernünftig eine solche Kundgebung sein würde deshalb hielt ich sie zurück Gleich darauf fragte ich sie ob im Dorfe eine Schneiderin oder eine einfache Handarbeiterin sei Ja zwei oder drei Gerade so viele wie dort Beschäftigung finden konnten Ich dachte nach Ich war aufs äußerste gekommen Ich sah der Not jetzt Aug in Aug Ich hatte keine Hilfsquelle mehr keinen Freund kein Geld Irgend etwas mußte geschehen Aber was An irgend jemand mußte ich mich wenden Aber an wen »Ob sie von irgend einer Stelle in der Nachbarschaft wisse wo eine Dienerin gebraucht werde « »Nein sie wisse von keiner.« »Welches der hauptsächliche Handel an diesem Orte sei Womit die Mehrzahl der Leute sich beschäftige « »Einige seien Landleute viele von ihnen arbeiteten in der Nadelfabrik von Mr Oliver und in der Gießerei.« »Ob Mr Oliver auch Frauen beschäftige « »Nein