Ihnen ruhig zu sterben.« »Dann entreißt du mir also alle Liebe alle Unschuld – Du verweisest mich auf die Sinnlichkeit anstatt der Leidenschaft – du läßt mir nur das Laster als Beschäftigung « »Mr Rochester ich verweise Sie ebensowenig auf dieses Schicksal wie ich selbst es für mich begehre Wir sind geboren um zu kämpfen und zu leiden – Sie sowohl wie ich Thun Sie es also Sie werden mich früher vergessen als ich Sie.« »Durch solche Sprache machst du mich zum Lügner du beschmutzest meine Ehre Ich erklärte dir daß ich mich nicht verändern würde Und du sagst mir gerade ins Gesicht daß ich nur zu bald ein anderer sein würde Und welche Verirrung deiner Vernunft welche Verkehrtheit der Ideen bekundest du durch dein Verhalten Ist es besser einen Nebenmenschen zur Verzweiflung zu treiben als ein Gesetz zu übertreten das doch nur von Menschen gegeben ist – wenn niemand durch diese Übertretung geschädigt wird Denn du hast weder Verwandte noch Freunde und Bekannte die du verletzen könntest indem du bei mir bleibst.« Dies war wahr Und während er sprach wurden mein Gewissen und meine Vernunft an mir zu Verrätern und ziehen mich des Verbrechens wenn ich ihm länger Widerstand leistete Sie sprachen fast so laut wie mein Gefühl – und dieses schrie in seinem Jammer »O gieb nach « flehte es »Denk an sein Elend Denk an seine Gefahr – sieh seinen Zustand an wenn er allein bleibt vergiß nicht seine wilde Natur zieh die Ruhelosigkeit den Leichtsinn in Betracht der auf die Verzweiflung notwendig folgen muß – besänftige ihn – rette ihn – liebe ihn Sag ihm daß du ihn liebst und die Seine werden willst Wer auf der ganzen Welt hat dich denn lieb Wer außer ihm Und wen würdest du durch deine That schädigen « Und unentwegt blieb die Antwort Ich liebe mich selbst Je einsamer je verlassener je unbeschützter ich bin desto mehr werde ich mich selbst achten Ich werde das Gesetz halten welches Gott gegeben hat die Menschen sanktioniert haben Ich werde mich streng an die Grundsätze halten die ich faßte als ich noch bei Sinnen und nicht wahnsinnig war – wie ich es jetzt bin Gesetze und Grundsätze gelten nicht allein für die Zeiten in welchen keine Versuchung an uns herantritt sie gelten für solche Augenblicke wie der jetzige wenn Leib und Seele sich gegen ihre herbe Strenge empören sie sind hart – aber sie müssen unverletzt bleiben Wenn ich sie zu meiner persönlichen Bequemlichkeit übertreten darf – welchen Wert hätten sie dann Sie haben einen Wert – das habe ich stets geglaubt und wenn ich es jetzt nicht glauben kann so ist es weil ich wahnsinnig bin – ganz wahnsinnig in meinen Adern rollt Feuer und mein Herz klopft so schnell daß ich seine Schläge nicht mehr zahlen kann Vorgefaßte Meinungen frühere Entschließungen sind alles was mich in dieser Stunde standhaft macht auf sie stütze ich mich « Und ich that es Mr Rochester der in meinen Zügen las sah was geschehen