Kindliches zartes Geschöpf Es war als sei mir ein Hänfling vor die Füße gehüpft und hätte sich erboten mich auf seinen gebrechlichen Flügeln zu tragen Ich war unwirsch aber das kleine Ding wollte nicht gehen Es stand neben mir mit seltsamer Ausdauer und in Sprache und Blick lag etwas wie Überlegenheit Ich mußte mir helfen lassen und zwar durch jene Hand Und sie half mir Als ich mich auf die zarte gebrechliche Schulter gestützt hatte kam etwas neues über mich – ein ungekanntes Gefühl bemächtigte sich meiner – ein anderes Blut durchfloß meine Adern Es war gut daß ich erfuhr jene Elfe müsse zu mir zurückkehren – daß sie zu meinem Hause dort unten gehöre – oder ich hätte sie nicht wieder sich meiner Hand entwinden lassen ich hätte es nicht ertragen daß sie still und behende wieder hinter jener dicken Hecke verschwand Ich hörte dich an jenem Abend nach Hause kommen Jane obgleich du wahrscheinlich nicht wußtest daß ich an dich dachte oder auf dich wartete Am folgenden Tage beobachtete ich dich – selbst ungesehen – wie du während einer halben Stunde mit Adele in der Galerie spieltest Ich erinnere mich dessen noch es war ein schneeiger Tag und ihr konntet nicht ins Freie gehen Ich war in meinem Zimmer die Thür war halb geöffnet ich konnte sowohl hören wie sehen Adele nahm deine äußere Aufmerksamkeit während einer Weile in Anspruch und doch bildete ich mir ein daß deine Gedanken anderswo seien Aber du warst sehr geduldig mit ihr meine kleine Jane du amüsiertest sie und unterhieltst dich lange genug mit ihr Als sie dich endlich verließ versankst du sofort in tiefe Träumereien du begannst langsam in der Galerie auf und abzuschreiten Hier und da wenn du an einem Fenster vorüber kamst blicktest du hinaus auf den unablässig fallenden Schnee du horchtest auf den heulenden Wind – und wieder begannst du leise hin und her zu gehen und zu träumen Ich glaube jene wachenden Träume waren nicht düster dann und wann leuchtete dein Auge freudig auf eine sanfte Erregung bemächtigte sich deiner Züge – das war kein bitteres galliges hypochondrisches Brüten deine Blicke verrieten eher das süße Grübeln der Jugend wenn ihr Geist auf leichten Flügeln dem Fluge der Hoffnung folgt und einem idealen Himmel zustrebt Die Stimme von Mrs Fairfax welche in der Halle sprach rüttelte dich auf und wie seltsam du über dich selbst lachtest Jane Es lag viel Sinn in deinem Lächeln es war sehr fein und schien über deine eigene Geistesabwesenheit zu spotten Es schien zu sagen »meine prächtigen Visionen sind wohl wunderbar aber ich darf nicht vergessen daß sie durchaus wesenlos sind In meinem Hirn trage ich einen rosigen Himmel und ein grünendes blühendes Eden aber ich weiß sehr wohl daß hier draußen ein rauher Pfad vor meinen Füßen liegt den ich durchwandeln muß und daß um mich her sich schwarze Gewitterwolken zusammenballen denen ich trotzen muß Dann liefst du hinunter und batest Mrs Fairfax dir eine Beschäftigung zu geben nämlich die Haushaltsrechnungen der