das ist das beste daran « sagte er Und wenn ich ihn weniger innig geliebt hätte so würden seine Worte und sein Blick des Entzückens mich wild gedünkt haben Aber wie ich so neben ihm saß – befreit von dem Alpdrücken der nahebevorstehenden Trennung – eingelassen in das Paradies der süßen Vereinigung – da dachte ich nur an die Glückseligkeit die ich jetzt in so vollen Zügen schlürfen durfte Immer und immer wieder fragte er mich »Bist du glücklich Jane « Und immer wieder antwortete ich »Ja ja « Und dann murmelte er »Das wird es gut machen – das wird es gut machen Habe ich sie nicht arm und verlassen und ohne Freunde gefunden Werde ich sie nicht behüten und lieben und trösten Ist nicht Liebe in meinem Herzen und Beständigkeit in meinen Entschließungen Das wird mich vor Gottes Thron rein waschen Denn was das Urteil der Welt anbelangt – da wasche ich meine Hände Es kümmert mich nicht Der Meinung der Menschen trotze ich.« Was war aber aus dem lichten Abend geworden Der Mond konnte noch nicht untergegangen sein – und doch saßen wir bereits im Schatten Ich konnte kaum das Gesicht meines Herrn sehen wie nahe ich ihm auch war Und was war mit dem Kastanienbaum geschehen Er ächzte und stöhnte während der Wind in dem Lorbeerwäldchen heulte und sausend über uns dahinfuhr »Wir müssen hineingehen « sagte Mr Rochester »das Wetter verändert sich ich hätte bis zum Morgen mit dir hier sitzen können Jane « »Und wie gern wäre ich bei dir geblieben « dachte ich Vielleicht hätte ich dieser Empfindung auch Worte verliehen aber ein bläulicher heller Funke schoß aus einer Wolke hervor die ich gerade betrachtete dann folgte ein Krachen ein Dröhnen und ein Prasseln ich dachte nur daran meine geblendeten Augen an Mr Rochesters Schulter zu verbergen Der Regen strömte herab Er zog mich eilends durch den Gartenweg durch den Park und hinein ins Haus aber wir waren vollständig durchnäßt bevor wir die Schwelle erreicht hatten Er war gerade im Begriff mir in der großen Halle den Shawl von den Schultern zu nehmen und mein nasses Haar auszuschütteln als Mrs Fairfax aus ihrem Zimmer trat Im ersten Augenblick bemerkte ich sie nicht ebensowenig wurde Mr Rochester ihrer ansichtig Die Lampe war angezündet Die Uhr schlug gerade zwölf Uhr »Beeile dich deine nassen Kleider abzulegen « sagte er »und bevor du gehst gute Nacht – gute Nacht mein einziger teurer Liebling « Er küßte mich wiederholt Als ich mich seinen Armen entwand und aufblickte stand die Witwe vor mir bleich ernst fast versteinert Ich lächelte ihr nur zu und lief die Treppe hinauf »Die Erklärung kommt noch immer früh genug « dachte ich Als ich jedoch mein Zimmer erreicht hatte fühlte ich einen stechenden Schmerz im Herzen bei dem Gedanken daß sie auch nur für einen Augenblick das mißdeuten könne was sie gesehen Aber die Glückseligkeit übertäubte bald jedes andere Gefühl und wie laut der Wind auch pfiff wie heftig und nah der Donner