unwahrscheinlich daß sie jemals wieder genesen oder daß es noch lange mit ihr dauern könne bemerkte sie sehr ruhig – so würde sie einen lange gehegten Plan ausführen dort eine Zuflucht suchen wo pünktliche Gewohnheiten vor fortwährender Störung gesichert seien und zwischen sich und der gottlosen Welt eine mächtige Scheidewand aufrichten Ich fragte ob Georgina sie begleiten würde Nein natürlich nicht Sie und Georgina hätten nichts miteinander gemein hätten auch niemals die gleichen Interessen verfolgt Unter keinen Umständen würde sie sich die Last ihrer Gesellschaft auferlegen Georgina solle nur ihren eigenen Weg gehen sie Eliza würde den ihrigen finden Wenn Georgina mir nicht gerade ihr Herz ausschüttete so brachte sie fast ihre ganze Zeit auf dem Sofa zu klagte und jammerte über die Düsterkeit des Hauses und wiederholte unaufhörlich den Wunsch daß ihre Tante Gibson sie einladen möchte mit ihr nach London zu gehen »Es wäre so viel besser « pflegte sie zu sagen »wenn ich auf ein oder zwei Monate fort könnte bis alles vorüber ist.« Ich fragte sie nicht was sie mit dem »alles vorüber« meinte aber ich vermutete daß es sich auf den erwarteten Tod ihrer Mutter bezog und auf den düsteren darauf folgenden Begräbnisritus Eliza nahm von der Indolenz und den Klagen ihrer Schwester nicht mehr Notiz als wenn solch ein murmelndes stöhnendes träges Geschöpf gar nicht in ihrer Nähe gewesen wäre Eines Tages jedoch als sie ihr Rechnungsbuch beiseite legte und ihre Stickerei zur Hand nahm fing sie plötzlich an ihr folgendermaßen die Wahrheit zu sagen »Georgina ein dümmeres eitleres und alberneres Tier als du hat sicherlich niemals auf Erden gewandelt Du hattest nicht einmal das Recht geboren zu werden denn du weißt keinen Nutzen aus dem Leben zu ziehen Anstatt für dich mit und in dir zu leben wie jedes vernünftige Wesen es thun sollte suchst du nur dich mit deiner Schwäche auf die Kraft anderer zu lehnen Und wenn du niemand findest der willig ist sich mit einem so fetten aufgedunsenen nutzlosen schwächlichen Ding belasten zu lassen so schreist und jammerst du daß du vernachlässigt elend und mißhandelt bist Für dich soll das Dasein einen immerwährenden Wechsel und ewige Aufregung bringen sonst nennst du die Welt ein Gefängnis Du mußt bewundert werden man soll dir schmeicheln du willst daß man dir den Hof macht – du verlangst Musik Tanz und Gesellschaft – oder du verschmachtest und stirbst Hast du denn nicht soviel Verstand daß du ein System erfinden kannst das dich unabhängig macht von allen anderen Anstrengungen jedem anderen Willen als dem deinen Nimm dir doch den Tag teile ihn in Sektionen ein jeder Sektion weise ihre Aufgabe an laß nirgend verlorene Viertelstunden zehn oder fünf Minuten übrig wende sie alle an Thue jeden Teil deiner Geschäfte zu seiner Zeit aber mit Methode mit strenger Regelmäßigkeit Dann wird der Tag zu Ende sein bevor du gemerkt hast daß er überhaupt begonnen hat Und du bist keinem zu Dank verpflichtet daß er dir geholfen hat einen leeren Augenblick hinzubringen Du bist nicht genötigt gewesen