noch länger fortbleibt wenn diese reichen vornehmen fashionablen Leute zusammenkommen sind sie derartig von Eleganz und Fröhlichkeit umgeben so gut mit allem versehen was gefällt und unterhält daß sie durchaus keine Eile zeigen wieder auseinander zu gehen Besonders Herren werden bei solchen Gelegenheiten oft gesucht und Mr Rochester ist in Gesellschaft so liebenswürdig und lebhaft daß ich glaube er ist ein allgemeiner Liebling Die Damen haben ihn sehr gern obgleich Sie vielleicht der Ansicht sind daß sein Äußeres ihn nicht gerade in ihren Augen begehrenswert erscheinen läßt aber ich vermute daß seine Kenntnisse und seine Talente vielleicht auch sein Reichtum und sein alter Name ein wenig für seinen Mangel an Schönheit entschädigen.« »Sind in Leas auch Damen « »Mrs Eshton und ihre drei Töchter sind dort sehr elegante junge Damen in der That und dann sind noch die hochwohlgeborene Blanche und Mary Ingram da wie ich vermute sehr schöne Frauen in der That ich habe Blanche einmal vor ungefähr sechs oder sieben Jahren gesehen als sie ein junges Mädchen von achtzehn Jahren war Sie kam hierher zu einer Weihnachtsgesellschaft mit Ball welche Mr Rochester gab An jenem Tage hätten Sie sehen sollen wie reich das Speisezimmer dekoriert war wie herrlich es erleuchtet war Ich glaube es waren mindestens fünfzig Herren und Damen hier – alle aus den ersten Familien der Grafschaft Und Miß Ingram war die Schönheit des Abends.« »Sie sagen daß Sie sie gesehen haben Mrs Fairfax Wie sah sie aus « »Ja ich habe sie gesehen Die Thüren des Speisezimmers waren geöffnet und da es Weihnachtszeit war es den Dienstboten gestattet sich in der Halle zu versammeln um einige der Damen singen und spielen zu hören Mr Rochester wollte daß ich hineinkomme und so setzte ich mich in einen stillen Winkel und beobachtete sie alle Niemals in meinem Leben habe ich ein prächtigeres Bild gesehen die Damen waren in den kostbarsten Toiletten – die meisten – wenigstens die jüngeren – sahen sehr schön aus aber Miß Ingram war entschieden die Königin.« »Und wie sah sie aus « »Groß eine herrliche Büste breite Schultern einen schlanken Hals einen matten dunklen klaren Teint edle Züge Augen welche denen Mr Rochesters gleichen groß und schwarz und ebenso strahlend wie ihre Juwelen Und dann hat sie das köstlichste Haar rabenschwarz und so kleidsam geordnet rückwärts eine Krone von dicken breiten Flechten und vorn die längsten glänzendsten Locken die ich jemals gesehen habe Sie war in das klarste Weiß gekleidet eine bernsteinfarbene Schärpe war über Schultern und Brust geschlungen an der Seite geknüpft und in langen Fransen bis an den Saum des Kleides herabfallend Sie trug eine ebenfalls bernsteinfarbene Blume im Haar welche mit der rabenschwarzen Masse ihrer Locken wunderbar kontrastierte.« »Und natürlich war sie sehr bewundert « »Ja in der That und nicht allein um ihrer Schönheit sondern auch um ihrer Talente willen Sie war eine der Damen die sang ein Herr begleitete sie auf dem Piano Sie und Mr Rochester sangen ein Duett.« »Mr Rochester Ich wußte nicht daß er singt.«