daß Sie eine andere Stelle gefunden haben – daß Sie mich bitten mich nach einer anderen Gouvernante umzusehen u s w u s w nicht wahr « »Nein – Adele ist weder für die Sünden ihrer Mutter noch für die Ihren verantwortlich ich hege eine Neigung für sie und jetzt wo ich weiß daß sie in gewissem Sinne elternlos ist – verlassen von ihrer Mutter und verleugnet von Ihnen Sir – jetzt werde ich sie noch lieber haben als bisher Wie wäre es denn möglich daß ich den verzogenen Liebling einer reichen Familie der seine Gouvernante wie ein notwendiges Übel hassen würde einer armen einsamen Waise vorziehen könnte die an mir hängt wie an einer Freundin « »Ah das ist also das Licht in dem Sie die Sache ansehen Nun ich muß jetzt hineingehen und Sie ebenfalls Es wird dunkel « Aber ich blieb noch einige Minuten mit Pilot und Adele draußen – lief mit ihr um die Wette und spielte noch eine Partie Federball Als wir endlich ins Haus gegangen nahm ich ihr Hut und Mantel ab und setzte sie auf meinen Schoß dort behielt ich sie eine Stunde und erlaubte ihr nach Herzenslust zu plaudern Ich erteilte ihr auch keinen Verweis über einige kleine Freiheiten und Plattheiten in die sie leicht zu verfallen pflegte wenn sie sich beobachtet glaubte und welche eine Oberflächlichkeit des Charakters verriet die sie wahrscheinlich von ihrer Mutter geerbt hatte da sie einem englischen Gemüt durchaus nicht verwandt war Aber sie hatte doch auch ihre guten Seiten und ich war geneigt alles was gut war bei ihr aufs höchste wertzuschätzen Ich suchte in ihren Zügen und ihrem Gesichtsausdruck eine Ähnlichkeit mit Mr Rochester aber ich fand keine kein Zug keine Miene verrieten eine Verwandtschaft Es war schade Wenn man ihm nur hätte beweisen können daß sie Ähnlichkeit mit ihm habe so würde er mehr Liebe für sie gehegt haben Erst nachdem ich mich abends in mein Zimmer zurückgezogen hatte um mich schlafen zu legen begann ich ernstlich über die Geschichte nachzudenken welche Mr Rochester mir erzählt hatte Wie er selbst sagte war der Kern der Erzählung wahrscheinlich gar nichts außergewöhnliches in der Gesellschaft war die Leidenschaft eines reichen Engländers für eine französische Sängerin oder Tänzerin und ihr Verrat an ihm gewiß eine Sache die ohne Zweifel alle Tage vorkam aber in dem Paroxismus von Rührung der ihn so plötzlich erfaßte als er im Begriff war mir die gegenwärtige Zufriedenheit seiner Seele und seine neu erstandene Freude an dem alten Herrenhause und seiner Umgebung zu schildern lag entschieden etwas seltsames Über diesen Umstand dachte ich verwundert nach aber nach und nach entließ ich ihn aus meinen Gedanken da ich ihn für den Augenblick unerklärlich fand und wandte mich der Betrachtung über die Art und Weise zu welche der Herr des Hauses mir gegenüber an den Tag legte Das Vertrauen welches er mir zu schenken für gut befunden hatte schien ein Tribut den er meiner Diskretion zollte ich sah es wenigstens dafür an und schätzte es