Beschütztseins als ich sah daß sich ein Fremder im Zimmer befand ein Mensch der nicht zum Haushalt von Gateshead nicht zu den Verwandten von Mrs Reed gehörte – Mich von Bessie abwendend – obgleich ihre Gegenwart mir weit weniger unangenehm war als mir zum Beispiel Abbots Gesellschaft gewesen wäre – prüfte ich die Gesichtszuge des Herrn ich kannte ihn es war Mr Lloyd ein Apotheker den Mrs Reed zuweilen rufen ließ wenn ihre Dienstboten krank waren Für sich selbst und ihre Kinder nahm sie immer nur die Hilfe des Arztes in Anspruch »Nun wer bin ich « fragte er Ich sprach seinen Namen aus und streckte ihm zu gleicher Zeit meine Hand entgegen er nahm sie lächelte und sagte »Ah wir werden uns jetzt langsam erholen.« Dann legte er mich nieder wandte sich zu Bessie empfahl ihr sehr vorsichtig zu sein und mich während der Nacht nicht zu stören Nachdem er noch weitere Weisungen erteilt und gesagt hatte daß er am folgenden Tage wiederkommen würde ging er fort zu meiner größten Betrübnis während er auf dem Stuhl neben meinem Kopfkissen saß fühlte ich mich so beschützt so sicher und als die Thür sich hinter ihm schloß wurde das ganze Zimmer dunkel und mein Herz verzagte von neuem es unterlag der Last eines unbeschreiblichen Grams »Glauben Sie daß Sie schlafen können Miß « fragte Bessie mich ungewöhnlich sanft Kaum wagte ich ihr zu antworten denn ich fürchtete daß ihre nächsten Worte wieder rauh klingen würden »Ich will es versuchen « sagte ich leise »Möchten Sie nicht irgend etwas essen oder trinken « »Nein ich danke Bessie.« »Nun dann werde ich auch schlafen gehen denn es ist schon nach Mitternacht aber Sie können mich rufen wenn Sie während der Nacht irgend etwas brauchen.« Welche seltene Höflichkeit Sie ermutigte mich eine Frage zu stellen »Bessie was ist denn mit mir geschehen Bin ich sehr krank « »Ich vermute daß Sie vor Schreien im roten Zimmer krank geworden sind aber Sie werden ohne Zweifel bald wieder ganz gesund sein.« Bessie ging in das anstoßende Zimmer der Hausmädchen Ich hörte wie sie dort sagte »Sarah komm und schlaf bei mir in der Kinderstube und wenn es mein Leben gälte so könnte ich diese Nacht nicht mit dem armen Kinde allein bleiben es könnte sterben Wie sonderbar daß Miß Jane einen solchen Anfall haben mußte Ich mochte doch wissen ob sie irgend etwas gesehen hat Mrs Reed war dieses Mal aber auch zu hart gegen sie.« Sarah kam mit ihr zurück beide gingen zu Bett sie flüsterten wenigstens noch eine halbe Stunde mit einander bevor sie einschliefen Ich hörte einige Bruchstücke ihrer Unterhaltung und aus diesen schloß ich auf den Hauptgegenstand ihrer Diskussion »Etwas ist an ihr vorübergeschwebt ganz in Weiß gekleidet dann ist es verschwunden.« – – »Ein großer schwarzer Hund hinter ihm.« – »Dreimal hat es laut an der Zimmerthür geklopft « – Ein Licht auf dem Friedhofe gerade über seinem Grabe« – u s w u s w Endlich schliefen beide ein Feuer