Sie sind dieselbe geblieben Sie sind älter geworden aber es sind dieselben bleichen scheuen Züge des starrsinnigen unheimlichen Wesens das nie ein Kind war es sind dieselben dunklen Augen aus denen mich und die Meinen stets der böse Blick verfolgte Ah die ganze fürchterliche Zeit steigt aus diesem stummen Gesicht vor mir auf Was litt ich was meine armen Kinder Warum hatte Reed dich mir aufgebürdet welch furchtbare Last Täglich und stündlich durch Jahre und Jahre quälte mich diese unbegreifliche Gemütsart diese stille fürchterliche Beobachtung Ah wie war mir wohl als du fort warst und nun stehst du wieder vor mir du die aus einer rechtlichen Frau eine Verbrecherin gemacht du die mein reines Gewissen mit Qual belastet hat Jane die geduldig und ruhig zuhörte Ich ich habe Ihr Gewissen belastet Mistreß Reed Ja du du allein Dumpf Darum muß ich dich in alle Ewigkeit hassen wie du mich und darum können wir nicht zusammen leben und atmen unter einem Dach Dumpf in sich hinein Jane Eyre die reiche Mistreß Reed ist arm geworden Freut dich das Jane erschrocken O Gott beschütze mich Wie konnten Sie arm werden Mistreß Reed wie im Fieber wehklagend Ich gab meinem lieben John alles ich verkaufte Gateshead ich zog zu Georgine ich muß nun bei ihr leben denn ich habe nichts mehr John hatte alles nötig Jane faltet die Hände O der Elende Mistreß Reed auffahrend Er ist mein lieber Junge man braucht viel in London es quälte mich ihn darben zu lassen Wie zu sich selbst kommend Nun habe ich nur noch Georgine und da sie den Lord heiratet werde ich hier wohnen Jane Eyre du siehst ein daß du hier fort mußt damit ich bleiben kann Jane schmerzlich O Mistreß Reed das sah ich längst ein daß aber Sie es sind die mich auch aus diesem Asyl verjagt daß Ihnen die acht Jahre in Lowood nicht für mich genügen daß Sie es sind die die arme Waise zum zweitenmal hilflos in die weite Welt jagt das ist hart Mistreß Reed Mistreß Reed hastig Nicht arm nicht hilflos reicher als ich – wenn du willst Jane starrt sie an Was sagen Sie Mistreß Reed vor sich hinaussehend fast tonlos Du warst schon lange in Lowood da kam eines Tages ein Brief aus Madeira von Tybald Eyre deines Vaters Bruder Er verlangte dich von mir er schrieb daß er reich geworden daß er dich zur Erbin machen wolle wenn du zu ihm zögst Jane Großer Gott Und dieser Brief warum hörte ich nie davon Mistreß Reed wie oben Weil ich den Gedanken nicht ertrug dich im Wohlstand zu sehen indes mein Vermögen täglich schwand und Georgine nicht viel mehr besaß als ich Weil ich die Wut mit der du dich einst gegen mich erhobst die Beschimpfungen nicht vergeben konnte mit denen du mich vor Blackhorst und meinem Bruder gebrandmarkt Ich konnte nicht vergessen was ich empfand als du mir sagtest du verabscheutest auf der Welt nichts so sehr als mich und meine Kinder als