mich abgeworfen ” Judith zitternd Nun und was geschah dann Jane Dann wollte er es besteigen aber er hatte sich den Fuß verrenkt und schien zu leiden Ich fragte “Herr kann ich nichts für Sie thun Ich möchte Ihnen gern helfen Er sah mich aus schwarzen Augen mit einem Blick an scharf und tief genug um mir ins Mark zu dringen so seltsam halb gut halb verächtlich Dann sagte er trocken “So leihen Sie mir Ihre Schulter schwankes Rohr wenn Sie nicht unter meiner Last zu brechen fürchten ” Ich lächelte und hielt ihm die Schulter hin mich recht fest auf die Füße stellend und das war nötig denn er legte eine Hand schwer wie Blei auf meine Achsel stützte sich darauf und mit einem Ruck war er im Sattel Ohne zu danken fuhr er dahin wie der Sturmwind über die Haide der Hund in tollen Sätzen vor ihm her humoristisch War das nicht ein frisches echtes Winterabenteuer Judith Armes Kind Wissen Sie wer der Reiter war Lord Rochester kein anderer Jane erschrocken Unser Herr Zu Pferde Judith Ja sehen Sie das ist so eine seiner Sonderlingslaunen Stets läßt er den Reisewagen in irgend einer Stadt zurück hierher kommt er nie anders als zu Pferde und wir wissen nie wann noch woher Heute scheint 's ist ihm der Ritt schlecht bekommen Jane in trübem Sinnen O weh Das ist eine böse Empfehlung Judith Nun verstehe ich erst warum er sich sogleich auf sein Zimmer zurückzog gewiß hat er Schmerzen und er liebt es nicht daß man ihn leidend sieht es ist so eine seiner Eigenheiten Jane aufmerksam Eigenheiten Sie sagten mir doch als ich Sie frug wie ich ihn zu behandeln hätte er habe keine Judith verlegen Ja das heißt ich meinte er sei gut zu behandeln wenn man ihn sich selbst überließe aber er hat denn auch so seine besondere Art wie jeder Mensch Jane sinnend Höflich ist der Lord jedenfalls nicht davonzeugt schon diese kleine Probe Judith mit Überwindung ihr ganz nahe tretend Kind ich habe Ihnen nie darüber gesprochen ich liebe das Schwatzen nicht Aber jetzt da es nötig muß ich reden denn ich habe Sie zu lieb um nicht herzlich zu wünschen daß Sie dem Herrn guten Eindruck machen Lord Rochester ist der jüngere Sohn des Hauses und war arm indes sein Bruder Herr des großen Erbes werden sollte Sie hatten sich ziemlich vertragen bis ein geheimnisvoller Vorgang zwischen den sie in Zwiespalt stürzte Was vorgegangen weiß ich nicht denn ich lebte damals noch auf einem alten Jagdschloß der Familie ich weiß nur daß der alte Lord sich gezwungen um die Brüder für immer zu trennen unseren jetzigen Herrn nach Westindien zu schicken dort lebte er fast vergessen vor einigen Jahren wo sein Bruder plözlich starb und ihm die Erbschaft zufiel Da er nun sein halbes Leben in der Fremde zubrachte und Spanisch Town in Jamaika bekanntlich eben keine Hochschule für feine Lebensart genannt werden kann so ist der Herr etwas kurz angebunden und ungeniert geworden