sich sage ich — Pfui Hannah schäme Dich sagte der Pfarrer ernst Ich war in der Nähe und habe Euer Gespräch gehört Hilf dem armen Geschöpf sich aufzurichten und führe sie in 's Haus Bald stand Jane in der warmen hellen Küche zitternd betäubt unfähig sich aufrecht zu halten Der Pfarrer gab den jungen Mädchen Bescheid von dem was er gehört und teilnehmend umringten diese die Unglückliche — Wie blaß und abgemagert sie aussieht wie ein Gespenst Sie hat gewiß Hunger — Hannah bringe warme Milch und zieh ihr die nassen Schuhe au so riefen die jungen Mädchen durcheinander und während die eine derselben ihr teilnehmenden aufgeweichten Hut abnahm und ihr warme Milch einflößte rieb die andere ihre erstarrten Hände und gab mit leiser Stimme der alten Hannah Befehle wegen des Nachtlagers Eine Art angenehmer Betäubung bemächtigte sich allmählig Jane 's während sie so beim Feuer saß sie wußte nicht wie sie die Treppe hinaufkam noch wer ihr behilflich war die triefenden Kleider abzustreifen Ein warmes trockenes Bett nahm sie auf eine sanfte Stimme wünschte ihr eine gute Nacht — sie war gerettet — Achtes Kapitel Die nächsten drei Tage und Nächte welche auf dieses Ereigniß folgten brachte Jane fast bewegungslos in einer tiefen schlummerartigen Betäubung zu es war ihr unmöglich ein Glied zu rühren noch ein Wort über ihre Lippen zu bringen wie im Traum hörte sie die Stimmen der jungen Mädchen und der alten Hannah an ihrem Bett und fühlte sie daß ihr zeitweise warme Flüssigkeit eingeflößt wurde sie war dabei nicht einmal im Stande allein die Lippen zu öffnen Ihr Zustand war die Folge der langen und übermäßigen Anstrengung die sie durchgemacht hatte Allmählig wurde es besser mit ihr doch währte es noch viele Wochen bis sie sich soweit erholt hatte um nicht mehr als Kranke behandelt zu werden In der ganzen Zeit fand sie freundliche und liebevolle Pflege in dem barmherzigen Pfarrhaus Sie hatte gleich nach den ersten Tagen sobald sie im Stande war wieder denken und reden zu können dem Pfarrer und seinen Schwestern ihre Geschichte erzählt freilich mit Verschweigung der Namen auch ihres eigenen So wunderbar dieselbe nun auch klingen mußte so fand sie doch Glauben und warme Teilnahme legte sich wie ein heilender Balsam auf ihr blutendes Herz Der Pfarrer bot ihr sein Haus auch für die Zukunft als Asyl an indem er ihr sagte sie könne als Gesellschafterin seiner durch den Tot der Mutter vereinsamten Schwestern denselben zur Seite bleiben und durch ihre Kenntnisse und Talente ihnen fördernd und nützlich werden So hatte Jane nach schweren Schicksalsstürmen vorderhand einen Hafen des Friedens gefunden und inniger Dank darüber erfüllte ihr Herz Ihr feines Benehmen ihr edler guter Sinn ihr fester Charakter erwarben ihr immer mehr die Achtung der Geschwister welche den Namen Rivers führten das herzlichste Freundschaftsband vereinigte sie bald mit den jungen Mädchen Anna und Karoline und wohl hätte sie ihr Leben ein glückliches nennen können wäre nicht die qualvolle Erinnerung gewesen an die Vergangenheit und die heiße Sehnsucht nach einer Kunde