noch vor dem nächsten Morgen sterben das fühlte sie Barmherziger Gott Hilf mir leite mich flehte sie laß mich nicht sterben wie einen Hund an der Landstraße Stärke meine erlöschende Kraft sei mein Schirm mein Hort in dunkler Nacht Es gelang ihr mit Aufbietung ihres ganzen Willens noch einmal sich aufzurichten und siehe da Gott schien ihrem Gebet Erhörung zu senden denn zwischen den Wiesen und Hügeln zeigte sich ihren müden Augen plötzlich ein Licht welches kein Irrlicht war wie sie zuerst wähnte denn es brannte ruhig und stetig weiter wie ein Stern durch den Regen hindurch schimmernd Jane schleppte langsam ihre erschöpften Glieder demselben zu zwei Mal fiel sie unterwegs zu Boden und ebenso oft stand sie wieder auf ihre Kräfte zu neuer Anstrengung sammelnd Endlich stieß sie in der Dunkelheit an ein Hinderniß welches sie tastend als eine niedere Gartenmauer erkannte jetzt sah sie auch einen weiß lichen Gegenstand daneben erglänzen es war eine kleine Pforte durch die sie in den Garten trat Vor ihren Augen zeigte sich der Umriß eines ziemlich langen niedrigen Hauses aus dessen Fenster ein Licht ihr entgegenschien Jane wankte bis zum Fenster und sah hindurch Es war eine geräumige saubere Küche auf deren offenem Herd ein helles Feuer brannte Ein ältliches Frauenzimmer saß am Tisch und strickte am Feuer rosig angehaucht von dessen Glut saßen zwei junge Rädchen in traulichem Gespräch wie es schien ihre sanften lieblichen Züge flößten der armen Heimatlosen Vertrauen ein Sie tastete nach der Hausthür und klopfte an Die Haushälterin öffnete — Was wollen Sie fragte sie überrascht als sie beim Schein der Lampe Jane 's durchnäßte vernachläßigte Gestalt erblickte — Ich bitte um ein Obdach für diese Nacht und um ein Stück Brot — In dem Gesicht der Frau zeigte sich Mißtrauen — gerade das Gefühl welches Jane am meisten fürchtete Ich will Ihnen ein Stück Brot geben sagte sie nach einer Pause aber wir können keine Vagabunden beherbergen — So lassen Sie mich wenigstens mit Ihren jungen Damen reden Nein nein das geht nicht Sie sind nicht was Sie sein sollten Hier sind einige Pfennige und nun packen Sie sich — Erbarmen Um Gotteswillen — Doch schon war die Thür zugeschlagen welche die ehrliche aber unbeugsame Dienerin noch von innen verriegelte — Jane sank auf der Stufe vor der Thür nieder Nun bleibt mir nichts übrig als zu sterben schluchze sie Dein Wille geschehe allmächtiger Gott — Sie sollen nicht sterben vor Mangel und Rat auf meines Hauses Schwelle sagte plötzlich eine Stimme neben ihr während ein lauter Schlag auf die Thür erfolgte — Eilige Schritte ließen sich hören auf dem Hausflur Sind Sie es Herr Pfarrer fragte die Stimme der Haushälterin — Ja ja geschwind aufgemacht — Ei wie naß müssen Sie sein und wie wird es Sie frieren die Nacht ist so kühl Treten Sie ein Herr Pfarrer — Ihre Schwestern sind noch auf und schon ganz unruhig Ihretwillen Ach da liegt noch die Bettlerin die eben da war Stehen Sie auf und packen Sie