bin die Haushälterin — Die Thür schloß sich jetzt ganz sanft aber bestimmt vor Jane die mutlos weiter wankte Noch einmal nahm fie ihr Halstuch ab und ging in 's Dorf zurück in den schon einmal betretenen Bäckerladen Ach wie sehnte sie sich nur nach einer Rinde nach einem Mund voll um die Qual des Hungers zu stillen Obgleich außer der Bäckerfrau jetzt noch andere Leute darin waren wagte sie doch die Bitte ihr für das Halstuch eins der Brötchen geben zu wollen — Die Frau blickte sie mit sichtlichem Argwohn an Nein sagte sie auf solche Weise habe sie noch nie Brot verkauft Wer könne wissen wo Jane das Tuch her habe sie möge den Laden schleunigst verlassen Es würde zu weit führen wollten wir erzählen welche Demütigungen welche Verzweiflung die arme Jane noch empfinden mußte im Laufe dieses Tages Ehe es ganz dunkel wurde kam sie an einem Pächterhause vorbei vor dessen Thür der Pächter saß und sein aus Brot und Käse bestehendes Nachtessen verzehrte Sie blieb stehen und sagte Wollen Sie mir ein Stück Brot geben Ich bin sehr hungrig Erstaunt sie anblickend schnitt er ohne zu antworten ein dickes Stück von seinem Brot ab und gab es ihr Er hielt sie wohl nicht für eine Bettlerin sondern für eine etwas überspannte Dame die einmal Gelüste nach Schwarzbrot trug Sobald Jane sein Haus nicht mehr sah setzte sie sich nieder und aß sein Brot — die erste Nahrung die heute über ihre Lippen gekommen war — Sie konnte nicht hoffen unter einem Dache Aufnahme für die Nacht zu finden und suchte daher ihr Obdach in einem kleinen zunächst liegenden Walde Aber ihre Nachtruhe war höchst elend der Boden war feucht die Luft kalt kein Gefühl der Sicherheit oder Ruhe breitete seine freundlichen Schwingen über sie aus wie in der vorhergehenden Nacht in der Haide Gegen Morgen begann es zu regnen und hielt den ganzen Tag damit an Lieber Leser verlange mit Deinem mitleidigen Herzen keinen genauen Bericht über diesen Tag des Elends wie zuvor suchte Jane Arbeit und ward zurückgewiesen wie zuvor litt sie nagenden Hunger Ein einziges Mal kam etwas Nahrung über ihre Lippen An der Thür einer Hütte sah sie ein kleines Mädchen welches gerade im Begriff stand eine Schüssel voll kalter Suppe in den Schweinstrog zu schütten — Gib mir das liebes Kind bat Jane leise — Das Kind starrte sie an Mutter rief sie in 's Haus hinein da ist eine Frau welche diese Suppe von mir haben will — Gib sie ihr antwortete eine Stimme sie ist eine Bettlerin Das Schwein braucht sie nicht — Das Mädchen reichte Jane die Schüssel hin gierig verschlang sie die dick gewordene Masse und schritt dankend weiter — Als die feuchte Dämmerung immer mehr in Dunkelheit überging sank Jane am Wege nieder auf dem sie stundenlang weiter gewandert war Sollte sie diese Nacht abermals ohne Obdach sein Sollte sie bei dem strömenden Regen ihren Kopf auf den kalten nassen Boden legen Sie würde dann höchst wahrscheinlich