mitnehmen zu können Der Wagen war schon weit entfernt als ihr plötzlich einfiel daß sie ihr Päckchen in demselben hatte liegen lassen Jetzt war sie ganz arm von allem entblößt In 's Dorf gehen wollte Jane nicht sie hatte kein Geld zum Nachtquartier Rechts vom Dorfe erstreckte sich weites wellenförmiges Heideland von hohem Haidekraut üppig bedeckt dorthin richtete sie ihre Schritte weit hinein gehend in die öde Haide schritt sie einer grabenartigen Vertiefung zu welche das braune Moor durchschnitt Den Windungen derselben folgend erreichte sie endlich einen von Mos überzogenen Granitfelsen unter dem sie niedersank Hohes Haidekraut umgab sie ihr Haupt schützte der Felsen über ihr war der Himmel an dem mit hereinbrechender Nacht Millionen von Sternen herniederblitzten wie eben so viele Augen Gottes Jane fühlte keine Furcht sie aß das letzte Stückchen Brot welches sie noch aus Thornfield mitgenommen wickelte sich fest in ihren Mantel und versuchte zu schlafen nachdem sie in heißem Gebet sich dem Schutze dessen befohlen hatte der ein Vater ist der Wittwen und Waisen Im Schlummer vergaß sie auf kurze Zeit ihren Kummer der mit dem erwachenden Morgen zurückkehrte in Begleitung eines nicht minder schrecklichen Gastes des Hungers Sie suchte eine Hand voll Heidelbeeren um ihren Durst zu stillen und ging jetzt dem Dorfe zu Es war ein heißer prächtiger Sommertag und glühend brannte die Sonne auf der schattenlosen Heide Matt und erschöpft kam sie um die Mittagsstunde im Dorfe an halb ohnmächtig vor Hunger An einem Bäckerlaven vorübergehend that sie hinein mit dem Vorsatz für ihr seidenes Halstuch welches sie abgenommen ein Brot zu erbitten Als die Bäckerfrau ihr jedoch mit höflicher Frage zuvorkommend entgegentrat in der Meinung eine vornehme Dame vor sich zu sehen schämte sich Jane ihrer Bitte und bat nur um die Erlaubniß sich einen Augenblick setzen zu dürfen Bald erhob sie sich und wanderte weiter durch das ganze Dorf und um dasselbe herum wohl eine Stunde lang doch vermochte sie es nicht über sich zu gewinnen um eine Gabe zu bitten Sehr erschöpft jetzt und aus Mangel an Nahrung heftig leidend nahte sie sich endlich einem freundlich aussehenden Häuschen welches inmitten eines Gartens am Ende des Dorfes stand Schüchtern klopfte sie an ein sauber aussehendes Frauenzimmer öffnete ihr Mit kaum hörbarer ersterbender Stimme fragte Jane dasselbe ob man hier keine Magd brauche Nein war die Antwort wir halten keine Magd — Können Sie mir denn nicht sagen wo ich irgend eine Beschäftigung finden könnte Ich bin fremd und ohne Bekannte am Ort und muß irgend eine Arbeit hoben gleichviel welcher Art Kopfschüttelnd und mißtrauisch blickte die also Angeredete Jane an und sagte endlich sie wisse keine Auskunft zu geben Die Thür wollte sich schon schließen als Jane mit ihrer letzten Kraft noch einmal die Stimme erhob und fragte So sagen Sie mir wenigstens wo der Pfarrer des Dorfes wohnt Dies ist das Pfarrhaus der Herr Pfarrer ist verreist und wird erst in einigen Tagen heimkehren — Ist keine Frau Pfarrerin im Hause — Nein außer mir ist niemand da ich