los und packte sie bei den Haaren aber er hatte sich mit einem verzweifelten Geschöpf in den Kampf eingelassen Sie sah wirklich in ihm einen Tyrannen einen Mörder und wehrte sich ihres Lebens so gut sie vermochte Bald schrie er laut um Hilfe Die Schwestern waren zu ihrer Mutter gestürzt welche mit dem Kindermädchen und der Gouvernante auf dem Schauplatz erschien Man trennte die Kämpfenden Bringt Jane in das rote Zimmer und schließt sie dort ein befahl Frau Reed Alsbald ward Jane von vier Händen ergriffen und die Treppe hinaufgetragen Sie leistete auf dem ganzen Wege Widerstand etwas so unerhörtes bei ihr daß es die schlimme Meinung der Unbeteiligten über sie noch verstärkte Aber in dem Bewußtsein daß sie durch die erste Auflehnung sich schon schwerer Strafe ausgesetzt habe war ihr jetzt alles weitere gleichgültig und sie in ihrer Verzweiflung entschlossen vor nichts zurückzuweichen Endlich war sie in das von Frau Reed bezeichnete Zimmer gebracht worden und erst die Drohung des Kammermädchens Bessie sie an einem Stuhl festzubinden bewog sie ruhig auf dem angewiesenen Platze zu bleiben Pfui Jane welch Betragen sagte die Dienerin wie kannst Du Deinen jungen Herrn schlagen den Sohn Deiner Wohlthäterin Es ist nicht mein Herr und darf mich nicht mißhandeln Aber Du sollst bedenken wie sehr Du Frau Reed zu Dank verpflichtet bist Sie ist es die Dich ernährt wollte sie ihre Hand von Dir ziehen müßtest Du in einem Armen oder Waisenhaus ein Unterkommen suchen Gewiß setzte die Gouvernante welche auch anwesend war hinzu wenn Jane versucht sich angenehm und nützlich zu machen würde sie vielleicht eher eine Heimat finden Komm Bessie wir wollen sie allein lassen und Gott bitten daß Er Ihr Herz erleuchte Ja bessere Dich Jane ermahnte jene wenn Du über Dein Betragen keine Reue empfindest kann leicht ein Gespenst aus dem Kamin hervorkommen und Dich mit fortnehmen Mit dieser Drohung entfernten sich beide und schlossen die Thür zu Das rote Zimmer war in der Regel unbewohnt und nur selten schlief jemand darin eigentlich nur wenn bei festlichen Angelegenheiten so viel Gäste nach Gates-Hall kamen daß die andern Logierstuben nicht ausreichten Gleichwohl war es eines der größten und stattlichsten Zimmer des Hauses Ein von Säulen aus Mahagoni getragenes Bett stand mit seinen Vorhängen aus dunkelrotem Damast wie ein Zelt mitten im Zimmer die zwei großen Fenster mit ihren stets geschlossenen Läden waren hinter faltenreichen Vorhängen von gleicher Farbe halb verborgen der Fußteppich war rot der Tisch am Fuß des Bettes mit einer rot-seidenen Decke bedeck an den Wänden bemerkte dan Tapeten von matter Farbe mit nelkenartigen roten Streifen alle Möbel waren von altem dunkel polirtem Mahagoniholz Aus diesen tiefen Schatten hervor erhoben sich in schimmernder Weiße die aufgetürmten Kissen des Bettes mit der darüber gebreiteten schneeweißen Steppdecke Fast ebenso sehr fiel ein großer Lehnstuhl mit Kissen in die Augen der gleichfalls weiß mit dem davor stehenden Fußschemel dem einsamen kleinen Mädchen wie ein blasser gespenstiger Thron vorkam Das Zimmer war kalt weil selten darin Feuer gemacht wurde auch war es seltsam