künftig was wünschen Sie Herr Reed war die Antwort Komm hieher fuhr er fort und sich in einen Lehnstuhl setzend gab er durch eine gebietende Geberde zu verstehen daß Jane sich ihm nähern solle John war ein Schulknabe von vierzehn Jahren groß und stark für sein Alter hatte er eine graue ungesunde Gesichtsfarbe plumpe Glieder und ein herrisches Wesen Er hätte eigentlich in der Stadt auf der Schule sein sollen aber seine Mutter hatte ihn auf ein bis zwei Monate wegen seiner zarten Gesundheit nach Hause genommen denn sie schob seine kranke Gesichtsfarbe auf übermäßige Anstrengung auch wohl auf Heimweh während in Wahrheit mehr die Kuchen und Konfektsendungen die sie ihm allwöchentlich zugehen ließ daran die Schuld tragen mochten Er war nicht besonders liebevoll gegen seine Mutter und Schwestern aber gegen Jane hatte er einen entschiedenen Widerwillen Er plagte verfolgte und strafte sie täglich unaufhörlich darum fürchtete sie ihn über alles und jeder Nero an ihr erbebte wenn er sich ihr näherte Dabei konnte sie bei niemand Beschwerde erheben gegen seine Drohungen und Thätlichkeiten denn die Dienstboten wollten nicht Partei nehmen gegen ihren jungen Herrn der sie übrigens nicht minder tyrannisierte und Frau Reed war blind und taub in dieser Hinsicht Sie hatte nie etwas auszusetzen an ihrem John der auch besonders hinter ihrem Rücken sich den Ausbrüchen seiner rohen Natur überließ Ihrer Gewohnheit gemäß John zu gehorchen trat Jane seinem Stuhle näher Er streckte ihr die Faust entgegen und sah dabei so über die Maßen abstoßend und häßlich aus daß Jane im stillen sich davor entsetzte Als habe er ihre Gedanken erraten versetzte er ihr plötzlich einen so heftigen Schlag daß sie zurücktaumelte Das hast Du dafür daß Du wegschleichst und Dich wie ein Dieb hinter den Vorhängen versteckst Was hast Du dort gethan Ich las Zeige mir das Buch Schweigend überreichte sie ihm dasselbe Du brauchst unsere Bücher nicht zu nehmen Du lebst von unserem Brote sagt Mama Du hast kein Geld und solltest eigentlich betteln gehn und nicht bei vornehmen Kindern sein wie wir sind dasselbe essen wie wir und Kleider tragen auf Kosten unserer Mama und das ganze Haus wenn noch nicht jetzt so doch später Geh fort vom Fenster und stell Dich dort an die Thür Jane gehorchte denn sie merkte nicht gleich seine Absicht als sie ihn aber das Buch in die Höhe heben und schwingen sah sprang sie mit einem Schrei des Schreckens auf die Seite Doch nicht schnell genug Das Buch flog auf sie zu und traf sie am Kopf so daß sie mit demselben gegen die Thür schlug Der heftige Schmerz das Blut welches warm über ihre Wange rieselte weckten plötzlich nach dem übermäßigen Schreck andere Gefühle in ihr Böser abscheulicher Bube rief sie Du gleichst einem Nero einem Sklaventreiber einem Mörder Sie wußte selbst nicht woher ihr der Muth kam mit einem Male auszusprechen was sie schon oft gedacht hatte Was rief er hat sie das zu mir gesagt Hört Ihr es Elisa und Mary Er rannte plötzlich auf Jane