etwa vierzehn Tagen zurückkommen Könnte ich nicht mit der Frau vom Hause sprechen Es ist keine Frau hier ich bin allein und führe die Wirtschaft Wenn Sie diese Person gesehen hätten liebe Freundin so würden Sie wie ich erkannt haben daß von ihr keine christliche Milde zu hoffen war Zum Betteln aber konnte ich mich noch nicht entschließen ich schleppte mich daher aus dem Hause so gut ich konnte Ich mußte indessen entweder ein Stück Brot finden oder mich auf die Erde legen und vor Hunger umkommen Ich dachte von neuem an mein Halstuch und kehrte nach dem kleinen Bäckerladen zurück von dem ich schon gesprochen habe Die Bäckerin war nicht allein dennoch trat ich ein und bat sie mir ein Brötchen für das seidene Tuch zu geben Sie blickte mich staunend an und erwiderte in einem argwöhnischen Tone Auf einen solchen Handel lassen wir uns nicht ein In der höchsten Verzweiflung erbot ich mich ihr das Tuch für ein halbes Brot zu überlassen Sie weigerte sich entschiedener als vorher Konnte sie wissen wie ich zu diesem Tuche gekommen war Vielleicht nahm sie meine Handschuhe an Nein gewiß nicht denn sie konnte sie nicht benutzen Ich fühle liebe Freundin daß alle diese Einzelheiten Sie ermüden werden denn jetzt während ich sie ihnen erzähle finde ich selbst noch einen Teil von dem Abscheu und der Demütigung in meinem Herzen welche ich damals empfand Ich will daher Ihre Qual und auch die meinige abkürzen Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kam ich an einen kleinen Pachthof dessen Eigentümer vor der Tür saß und ein Stück Brot mit Käse verzehrte Ich blieb vor ihm stehen und redete ihn mit den Worten an Wollen Sie nicht die Güte haben mir ein Stück von Ihrem Brote zu geben Ich kann mich vor Hunger kaum noch auf den Füßen erhalten So verwundert er auch über diese unerwartete Ansprache war zögerte er doch keinen Augenblick und schnitt mir ein großes Stück Brot ab das er mir auf der Spitze seines Messers darreichte Wenn ich daran denke so schmeichle ich mir noch heute mit dem Glauben daß er mich nicht für eine Bettlerin sondern für eine Person mit sonderbaren Gelüsten hielt die plötzlich Verlangen nach einem Stück trocknen Brotes fühlte Wie dem auch sein möge ich entfernte mich von dem Pachthofe und sobald mich der Mann nicht mehr sehen konnte setzte ich mich nieder um mein Brot zu essen Die Nacht kam heran und ich hatte kein Obdach Ich ging nach dem kleinen Gehölz das mich angelockt hatte Allein diese zweite Nacht war nicht so still und warm als die erste Der Erdboden war feucht und die Luft kühl Mehr als einmal hörte ich nächtliche Spaziergänger vorüberkommen und da ich fürchtete von ihnen gesehen zu werben veränderte ich meinen Zufluchtsort Gegen Morgen fing es an zu regnen und mit kurzen Unterbrechungen regnete es den ganzen Tag Ich will Sie mit der weiteren Schilderung meiner Leiden verschonen Der Tag verging wie der vorige unter vergeblichem Suchen nach irgend einer Beschäftigung