Kräfte es mir erlaubten fest überzeugt daß ich dahin ging wohin Gott rief Als ich einen Augenblick stehen blieb um Atem zu schöpfen vernahm ich zu meiner Rechten die Töne einer Glocke Ich blickte nach der Gegend woher das Läuten kam und bemerkte hinter den Bäumen halb verborgen das Dach einer Kirche Zu gleicher Zeit sah ich auf dem Wege den ich gekommen war einen mit Ochsen bespannten schweren Karren So erschienen mir das Gebet und die Arbeit als die beiden großen Heilmittel aller Übel des Lebens zusammen vereinigt Ich nahm diese sinnbildliche Lehre an und schritt gerade auf das Dorf zu Sogleich am Eingange desselben fiel mein Blick auf die ausgelegten Brötchen eines Bäckerladens Das lebhafte Vergnügen welches ihr Anblick und ihr Geruch mir verursachten erinnerte mich an den Hunger den ich empfand Überdies fühlte ich daß es etwas Erniedrigendes für mich sein würde wenn ich vor Hunger auf der Straße dieses Dorfes ohnmächtig werden sollte Daher fragte ich mich sogleich ob ich nichts bei mir hätte wofür ich einige von diesen Brötchen erhalten könnte Ich entdeckte nichts als das seidene Tuch das ich um den Hals trug und meine Handschuhe Aber wie sollte ich diesen Tausch anbieten und mußte ich nicht erwarten daß er mir abgeschlagen wurde Gleichviel sagte ich zu mir selbst ich will es versuchen Ich trat in den Laden Eine Frau welche sich darin befand kam mir sogleich entgegen und fragte mich mit aller Höflichkeit auf die ich nach meinem Äußeren Anspruch machen zu können schien was ich wünschte Diese unpassende Höflichkeit beschämte mich Ich hielt es nicht mehr für möglich meine abgetragenen Handschuhe und mein zerknittertes Halstuch anzubieten daher begnügte ich mich damit um die Erlaubnis zu bitten mich einen Augenblick setzen zu dürfen indem ich mich mit einer außerordentlichen Ermüdung entschuldigte Verdrießlich sich auf diese Art eine Käuferin entgehen zu sehen von der sie ohne Zweifel etwas Besseres erwartet hatte gestattete mir die Bäckerin kalt mein Ansuchen indem sie mir einen Stuhl bezeichnete auf den ich mich niederließ Bald traten mir die Tränen in die Augen da ich über fühlte wie wenig sie hier an ihrem Platze sein würden unterdrückte ich sie so gut ich konnte und fragte die Frau nur ob sich im Dorfe eine Kleidermacherin oder eine Weißnähterin befinde Ihre Antwort fiel bejahend aus Es gab dergleichen Arbeiterinnen so viele als man beschäftigen konnte Kannte sie vielleicht in der Umgegend ein Haus wo ein weiblicher Dienstbote gebraucht wurde Sie kannte keines Welches war der Erwerbszweig der im Orte am häufigsten betrieben wurde Womit verdienten die Bewohner hauptsächlich ihren Lebensunterhalt Viele waren kleine Pächter eine bedeutende Anzahl arbeitete der Eisengießerei und in der Nadelfabrik von Herrn Oliver Verwendet Herr Oliver Frauen in seiner Fabrik Nein nur Männer konnten diese Beschäftigung treiben Womit gewannen aber die Frauen ihren Lebensunterhalt Einige machten dies andere jenes Man sucht sich etwas verdienen wie man kann setzte die Frau hinzu Im Grunde waren ihr meine Fragen lästig Und wie konnte es auch anders sein Welches Recht hatte