Kommode ein wenig Wäsche eine Agraffe und einen Ring Dabei begegneten meine Hände den Perlen eines prachtvollen Kolliers das Mr Rochester einige Tage vorher anzunehmen mich gezwungen hatte Ich ließ den Schmuck zurück denn er gehörte nicht mir sondern der chimärischen Braut die wie ein Traum verschwunden war Aus dem übrigen machte ich ein kleines Paket und nahm meine Geldbörse welche zwanzig Schilling mein ganzes Vermögen enthielt Dann setzte ich meinen einfachen Strohhut auf warf meinen Schal über die Schultern und indem ich meine Schuhe in die Hand nahm die ich noch nicht hatte wieder anziehen wollen schlich ich vorsichtig hinaus in den Korridor Lebe wohl gute Mistreß Fairfax flüsterte ich als ich bei ihrer Tür vorüberging Lebe wohl liebliche Adele sagte ich mit einem Blicke nach der Kinderstube denn ich wagte es nicht hineinzugehen um das liebe Kind noch einmal zu umarmen da ich ein feines Ohr täuschen mußte das vielleicht in diesem Augenblicke lauschte Ich wäre gern an Rochesters Zimmer vorübergegangen ohne stehen zu bleiben aber als ich vor dieser Schwelle stand die mein Geist so oft überschritten hatte stockten plötzlich die Schläge meines Herzens und meine Füße versagten mir den Dienst Mr Rochester schlief nicht Ein hastiger Schritt durchmaß das Zimmer in allen Richtungen mehrmals glaubte ich das Geräusch eines schmerzlichen Seufzers zu vernehmen Und dort hinter dieser schwachen Tür erwartete mich himmlische Seligkeit wenigstens für einige flüchtige Stunden Ich brauchte nur einzutreten und die einfachen Worte zu sagen Mr Rochester ich liebe Sie und werde Sie bis zum Tode lieben bis zum Tode will ich Ihre treue Gefährtin sein und eine Quelle der höchsten Wonne hätte sich meinen schmachtenden Lippen geöffnet Ja liebe Freundin dies waren meine Gedanken Dieser Mann der mich zärtlich liebte er konnte nicht schlafen und erwartete mit Ungeduld den Tag Sobald der Morgen erschien ließ er mich gewiß zu sich rufen und ich war fort Er ließ mich überall suchen vergebens Er sah sich verlassen seine Liebe verschmäht und sein Herz trieb ihn vielleicht zur Verzweiflung zur unheilbaren Verzweiflung Auch diese Gedanken kamen mir in den Sinn teure Elisabeth und meine Hand erhob sich einen Augenblick bis zur Türklinke Aber ich zog sie wieder zurück und entfloh Nachdem ich diese furchtbare Prüfung überstanden hatte wurde mir alles übrige leicht Mein Plan war im voraus gefaßt und ich verfolgte ihn mit mechanischer Pünktlichkeit Ich holte in der Küche den Schlüssel zu einer kleinen Hintertür und nahm ein Fläschchen mit Dl und eine Feder mit um den Schlüssel und das Schloß einzuölen damit das Geräusch mich nicht verraten konnte Dann zog ich meine Schuhe an aß ein wenig Brot und trank ein Glas Wasser indem ich bedachte daß ich vielleicht lange würde zu Fuße gehen müssen und fürchtete meine so heftig erschütterten Kräfte könnten zur Ausführung meines Planes nicht ausreichen Dies alles geschah ohne das leiseste Geräusch Ich öffnete die Haustür und verschloß sie wieder Die Morgendämmerung begann den Hof ein wenig zu erhellen Die Torwege waren verschlossen aber ich wußte daß eine kleine