konnte so früh noch nicht untergegangen sein und doch erkannte ich Rochesters Züge kaum Der große Baum unter dem wir saßen ächzte unter dem Drucke des Windes der das harte Laub der Lorbeerbäume bewegte Ein Gewitter war im Anzuge und schon fing es an zu regnen Wir müssen ins Haus gehen sagte Rochester denn das Wetter hat sich geändert “Wie gern wäre ich bis zum Morgen bei dir geblieben meine Jane ” Und ich nicht minder dachte ich Vielleicht würde ich es laut gesagt haben aber ein greller Blitzstrahl zuckte aus den Wolken auf die meine Augen gerichtet waren Geblendet und erschrocken legte ich meinen Kopf an Rochesters Schulter Es begann in Strömen zu regnen Er zog mich die Allee entlang bis an das Haus aber noch ehe wir es erreichen konnten waren wir beide ganz durchnäßt Während er mir auf dem Hausflur meinen triefenden Schal von den Schultern nahm und sanft meine feuchten Haarflechten drückte trat Mistreß Fairfax aus ihrem Zimmer Wir bemerkten sie anfangs gar nicht obgleich sie ihre brennende Lampe in der Hand trug Es schlug eben zwölf Uhr Lege rasch deine nassen Kleider ab sagte Rochester zu mir und ehe du gehst noch einmal gute Nacht mein Engel Er umarmte mich mehrmals während er diese Worte wiederholte Als ich mich seinen Armen sanft entwand und aufblickte sah ich die gute Mistreß Fairfax ernst und von Staunen ergriffen vor mir Ein lächelnder Blick den ich ihr während ich mich entfernte zuwarf war die einzige Erklärung die ich ihr in diesem Augenblicke zu geben vermochte Als ich aber in mein Zimmer kam befiel mich eine gewisse Angst indem ich bedachte daß die würdige Dame wenn auch nur eine Stunde lang die kleine Szene deren Zeuge sie durch einen Zufall geworden war vielleicht übel deuten könnte Aber bald verdrängte die Freude von der ich wie berauscht war jedes andere Gefühl aus meinem Innern Der entfesselte Sturm tobte vergebens die ganze Nacht hindurch vergebens grollte der Donner am Himmel vergebens schlugen die Blitze mit ihren feurigen Flügeln Ich empfand keine Furcht kaum eine unbestimmte Regung von Ehrerbietung vor der Macht der Elemente Dreimal im Laufe der Nacht kam Rochester an meine Tür um mich zu fragen ob ich mich nicht unwohl fühle oder ängstige Dies war ganz geeignet mir Mut gegen alle Gefahren und Trost für alles Unglück zu geben Der folgende Tag war herrlich selten wurde die Erde von einem prachtvolleren Junimorgen beleuchtet Nachdem ich bei Mistreß Fairfax gefrühstückt hatte die mir mit einer gewissen Zurückhaltung begegnete über die mir noch nicht erlaubt war Rechenschaft von ihr zu fordern ging ich hinauf zu Adele aber Rochester hatte sie mit ihrem Mädchen ins Freie geschickt und er selbst empfing mich in unserem Arbeitszimmer Es war nicht mehr ein kalter Gruß nicht einmal ein warmer Händedruck sondern es war eine fast väterliche Liebkosung mit welcher er mich bei meinem Eintritt empfing Ich war schon so vertraut mit meinem Glücke daß ich dieses Entgegenkommen ganz natürlich fand Nachdem er mir eine Schmeichelei