müssen Ich blieb allein und während ich mich damit beschäftigte in dem Feuer die Hauptformen eines Kupferstiches aufzufinden den ich früher einmal gesehen und welcher das Schloß Heidelberg am Rhein darstellte trat Mistreß Fairfax ein und sagte mir Mr Rochester wünsche den Tee mit mir im Salon einzunehmen Sie forderte mich überdies auf ein anderes Kleid anzuziehen denn setzte sie hinzu ich kleide mich stets des Abends um wenn Mr Rochester hier ist Dies erschien mir etwas zeremoniös um jedoch dem bestehenden Gebrauche nicht entgegenzuhandeln vertauschte ich mein schwarzwollenes Kleid mit einem seidenen von der nämlichen Farbe dem schönsten das ich von Lowood mitgebracht hatte mit alleiniger Ausnahme eines hellgrauen dem non plus ultra meiner einfachen Garderobe das ich nur an den wichtigsten Festtagen trug Ich glaube sogar daß ich eine kleine Brosche mit einer einzigen Perle hinzufügte dem Abschiedsgeschenk der Miß Temple Dann folgte ich den Schritten der Mistreß Fairfax ein wenig zaghaft und indem ich mich in ihrem Schatten zu verbergen suchte Vierte Abteilung Master Rochester Mr Rochester lag auf einem Sofa sein Fuß ruhte auf einem Taburett Das Feuer erleuchtete sein ganzes Gesicht Adele kniete neben Pilot und spielte mit ihren kleinen Händchen in den langen und dichten Haaren des treuen Tieres Es bedarf wohl nicht der Erwähnung daß ich meinen Reiter seine athletische Gestalt seine breite und viereckige Stirn seine dunklen Augenbrauen erkannte wie seine etwas offene Nase die seiner ganzen Physiognomie einen gewissen Ausdruck hochmütiger Reizbarkeit gab Er erhob den Kopf nicht als wir eintraten Erst nachdem Mistreß Fairfax ihm meinen Namen genannt hatte sagte er im kältesten Tone und ohne von der Gruppe aufzublicken in deren Anschauen er versunken zu sein schien Haben Sie die Güte Platz zu nehmen Miß Eyre Eine größere Höflichkeit würde mich vielleicht verlegen gemacht haben Aber diese vollkommene Ungezwungenheit ermutigte mich und die Sonderbarkeit des ganzen Benehmens hatte an und für sich etwas Anziehendes Ich setzte mich neugierig was folgen würde Es erfolgte jedoch nichts Mistreß Fairfax hielt es nun für ihre Schuldigkeit gesprächig und freundlich zu sein Sie tischte uns eine Menge nichtssagender Redensarten auf über das Übel einer Verletzung und die Notwendigkeit einen kleinen Schmerz geduldig und ruhig zu ertragen Madame sagte der Hausherr als sie geendigt zu haben schien ich wünsche eine Tasse Tee In wohlmeinender Absicht reichte Mistreß Fairfax mir das Teebrett damit Mr Rochester gezwungen wurde einige Worte an mich zu richten Aber er würde gewiß noch nicht daran gedacht haben wäre mir nicht Adele ebenfalls zu Hilfe gekommen Nicht wahr sagte sie zu ihm in Ihrem Koffer ist auch ein Geschenk für Miß Eyre Was schwatzest du von Geschenken entgegnete Mr Rochester sogleich und ziemlich unsanft Halten Sie Geschenke für zweckmäßig setzte er hinzu indem er mich mit Augen ansah in denen ich kein besonderes Wohlwollen las Ich weiß es nicht erwiderte ich ich bin nicht an dergleichen Dinge gewöhnt Man pflegt jedoch im allgemeinen Geschenke als etwas Angenehmes zu betrachten Ich wünsche zu wissen wie Sie darüber denken Um diese keineswegs einfache