so schonend als möglich eine mir ziemlich schwer dünkende Hand auf meine Schulter und hinkte fast ganz auf einem Beine hüpfend bis zu seinem Pferde das er beim Zügel ergriff Mit großer Anstrengung gelang es ihm hierauf sich in den Sattel zu schwingen An seinen veränderten Gesichtszügen sah man deutlich wie sehr ihm seine schmerzhafte Verrenkung bei allen Bewegungen hinderlich war Jetzt bitte ich Sie noch um meine Reitpeitsche sie liegt dort in der Hecke Ich hob sie auf und brachte sie ihm Ich danke Tragen Sie nun Ihren Brief nach Hay und kommen Sie baldmöglichst zurück Mit diesen Worten gab der sonderbare Reiter seinem Pferde die Sporen so daß es sich erst bäumte und dann im Galopp davonsprengte Sein Hund flog ihm nach und alle drei verschwanden in der zunehmenden Dunkelheit Die ganze Sache war gewiß an sich kein bemerkenswerter Zufall aber Sie dürfen nicht vergessen daß ich seit länger als vier Monaten in gänzlicher Abgeschiedenheit lebte immer den nämlichen Beschäftigungen obliegend und von den nämlichen Gesichtern umgeben Diesen Abend dagegen war ein wenig Tätigkeit in mein ganz passives Leben gekommen Mein Beistand war angesprochen bewilligt und auch nützlich geworden und so gewöhnlich übrigens der Anteil war den ich an dem Vorfall genommen hatte so war er doch für mich wegen des geleisteten Dienstes von größerer Bedeutung Dazu kam daß ich wohl zum erstenmal in meinem Leben die wenn auch nur flüchtige Bekanntschaft eines Mannes gemacht hatte mit einem wenn nicht schönen aber doch ausdrucksvollen Gesicht Es stand noch vor meinen Augen als ich die einzige Straße von Hay betrat um den Brief der Mistreß Fairfax auf die Post zu geben Dann vergaß ich es einen Augenblick aber es erschien mir wieder als ich auf dem Rückwege an die Barriere kam vor welcher die eben mitgeteilte Szene stattgefunden hatte Ich konnte mich nicht enthalten einen Augenblick mit dem törichten Gedanken stehen zu bleiben daß ich von neuem den Galopp eines Pferdes auf der Straße hören den schönen großen Hund und den in seinen Pelzmantel gehüllten seltsamen Reiter wieder sehen würde Diese Bilder hatten mich kaum verlassen als ich in Thornfield-Hall ankam Das Vestibül hatte ein außergewöhnliches Ansehen Die schwere bronzene Lampe die es zu erleuchten pflegte war noch nicht angezündet aber durch die weit geöffnete Tür des Speisesaales drang ein helles und rötliches Licht das von einem großen Steinkohlenfeuer im Kamin ausging Man sah die sorgfältig polierten Möbel und scharlachroten Vorhänge darin glänzen am Kamin sah ich einige Personen sitzen und fröhliche Stimmen schlugen an mein Ohr unter denen ich die meines Zöglings zu erkennen glaubte Aber die Tür wurde geschlossen ehe ich mir das meinen Augen so unvermutet erschienene Bild hatte näher betrachten können Ich begab mich in das Zimmer der Mistreß Fairfax Das Feuer brannte aber wider alles Erwarten fand ich weder Licht noch die gute Dame selbst darin Dagegen lag mit halb geschlossenen Augen und das knisternde Feuer im Kamin betrachtend vor diesem ein großer schwarz und weiß gefleckter langhaariger Hund ganz ähnlich dem Gytrash der