sogleich nach Marsh-End um das Geschehene zu berichten und es unter dem wahren Gesichtspunkte darzustellen Diana und Mary antworteten mir umgehend und ihre Briefe drückten ihre beifällige Zustimmung aus Wie Saint-John die Nachricht von meiner Verbindung aufnahm weiß ich nicht denn er beantwortete meinen Brief nicht Erst nach sechs Monaten schrieb er mir aber ohne Rochesters oder meines neuen Verhältnisses mit einer Silbe zu erwähnen Das Schreiben war ernst gehalten doch alles erwogen sprach sich eine ziemlich lebhafte Zuneigung darin aus Wir haben seitdem regelmäßig obwohl nicht häufig miteinander korrespondiert Eine meiner ersten Sorgen nach meiner Vermählung war daß ich Adele in der Pensionsanstalt besuchte wohin Rochester sie gebracht hatte Die lebhafte Freude welche sie bei meinem Wiedersehen an den Tag legte gewann ihr mein Herz das ihr ohnehin schon zugetan war Ich fand sie bleich und eingefallen Sie sagte mir sie sei nicht glücklich und ich überzeugte mich in der Tat daß die Disziplin in dieser Schule zu streng und die Studien für ein Kind ihres Alters zu schwer waren Ich nahm sie daher mit mir um meine frühere Beschäftigung als Gouvernante mit ihr fortzusetzen Aber dies war nur eine schöne Illusion Meine Zeit und meine Pflege gehörten fortan einem anderen Wesen das mich ganz in Anspruch nahm und dem ich mich mit Freuden ungeteilt widmete Ich mußte mich daher nach einer anderen Anstalt umsehen wo die Erziehung den Fähigkeiten unserer kleinen Französin welche großer Nachsicht und Schonung bedurfte angemessener war Es gelang mir eine solche zu finden und sie war nicht zu weit von uns entfernt daß ich nicht mehrere Male des Jahres weinen ehemaligen Zögling hätte besuchen können um mich zu überzeugen daß sie keine Ursache hatte ihr Los zu beklagen Sie gewann auch wirklich bald ihren kindlichen Frohsinn wieder und der ihr zuteil werdende Unterricht trug reiche Früchte Sie haben sie nach ihrer Rückkehr aus der Pensionsanstalt gesehen liebe Freundin und wissen daß ich eine sanfte fügsame Gesellschafterin mit festen Grundsätzen habe und daß ihre Liebe zu mir und zu den Meinigen mich reichlich für die kleinen Mühen und Verdrießlichkeiten bei ihrer Erziehung entschädigt In den ersten zwei Jahren nach unserer Verbindung blieb Rochester vollständig seines Augenlichtes beraubt und dieses Unglück hatte wenigstens das Gute daß es ein so vertrautes und inniges Verhältnis zwischen ihm und mir schuf wie es unter anderen Umständen vielleicht nicht entstanden sein würde Die Natur die Bücher alles sah er mit meinen Augen Seine Gattin war einer seiner Sinne und wie er jagte nicht der unvollkommenste Ich meinesteils hatte einen fortdauernden Beweis seiner Liebe in dem unbegrenzten Vertrauen mit welchem dieser stolze Charakter ohne Bedenken ohne Rückhalt und ohne zu glauben daß er seiner Würde etwas vergebe die Dienste und Gefälligkeiten von mir beanspruchte die er von niemand anderem angenommen haben würde Als ich eines Morgens nach Ablauf dieser zwei Jahre einen Brief schrieb den er mir diktierte näherte er sich meinem Stuhle beugte sich zu mir herab und sagte Jane trägst du nichts Glänzendes um den Hals Ja antwortete ich