während des letztverflossenen Jahres Aber ich brauche Ihnen wohl nicht zu lagen daß ich die Geschichte jener drei entsetzlichen Tage wo ich mit dem Hunger und der Verzweiflung rang bedeutend milderte Wozu sollte ich ohne Not dieses treue Herz zerreißen Das Wenige was ich ihm sagen mußte machte schon einen viel heftigeren Eindruck auf ihn als ich hervorzubringen wünschte Er warf mir vor daß ich nicht das Vertrauen in seine Liebe gesetzt hatte welches sie verdiente Nie behauptete er habe er mich zwingen wollen seine Geliebte zu werden und als er mich so ohne Existenzmittel in die Welt hinausgeworfen gesehen habe würde er mir gern die Hälfte seines Vermögens gegeben haben ohne nur die Hälfte eines Kusses dafür zu verlangen Vielleicht irrte er sich jedenfalls aber sprach er jetzt gewiß aufrichtig In meiner Erzählung kam natürlich der Name Saint-John sehr häufig vor und dieser Name schien seine Eifersucht zu erwecken Wie es scheint sagte er zu mir lieben Sie diesen Saint-John diesen frommen Priester Was für ein Mann war er denn Meine näheren Mitteilungen über das Alter das Äußere und die geistigen Eigenschaften Saint-Johns hatten nichts sehr Beruhigendes Daher nahmen auch Rochesters Gesichtszüge nach und nach einen immer ernsteren Ausdruck an und als ich ihm sagte daß der Pfarrer von Morton weder die pedantische Steifheit noch das kleinstädtische und unbeholfene Benehmen seiner Kollegen besitze daß er das Profil eines Antonius schöne blaue Augen und einen edlen Anstand habe unterbrach mich plötzlich Rochester mit den Worten Ich bitte Sie Jane gehen Sie von meinem Schoße Und wohin Zu dem Gatten den Sie gewählt haben Zu welchem Gatten Nun zu diesem Saint-John Rivers denke ich Sie irren sich er ist und wird nie mein Gatte werden denn er liebt mich nicht und ich liebe ihn ebensowenig Er liebte so wie er überhaupt zu lieben vermag und diese Liebe hat nichts mit der Ihrigen gemein ein schönes junges Mädchen das er mit trockenem Auge die Gattin eines anderen hat werden sehen während es nur von ihm abhing ihre Hand zu erhalten Er erblickte in mir nur den Typus einer Gattin wie sie nach seinen Ideen ein Missionar braucht Aber ohne allen Zweifel war er in einem großen Irrtum Er ist gut und greß aber ernst und streng und für mich kälter als ein Eisberg er gleicht Ihnen in keiner Hinsicht Ich fühle mich nicht glücklich in seiner Nähe er war weder nachsichtig noch liebevoll gegen mich nichts an mir fesselte ihn selbst meine Jugend nicht Er gestand mir höchstens einige Talente zu aus denen man nötigenfalls Nutzen ziehen kann Fordern Sie mich jetzt noch auf zu ihm zurückzukehren Bei dieser letzten Frage zitterte ich unwillkürlich und schmiegte mich näher an meinen unglücklichen Geliebten Er lächelte und drückte mich an sein Herz Wenige Augenblicke nachher aber verfinsterte sich sein Gesicht von neuem Ach meine armen verbrannten Augen rief er in wehmütigem Tone Ich verdoppelte meine Liebkosungen um die trüben Gedanken zu verscheuchen die ihn umlagerten und deren Natur ich nur z gut kannte Warum