beschämte mich Ich schwieg daher und drückte sie nur inniger an mich als wollte ich sie zurückhalten Wie wohl ist mir in diesem Augenblicke hob sie wieder an Der Husten hatte mich angegriffen jetzt fühle ich daß mich der Schlaf übermannt Geh nicht fort Jane ich habe dich gern so recht nahe bei mir Aber es ist dir doch nicht kalt liebes Herz Nein antwortete ich und kein Mensch soll mich jetzt von dir trennen Gute Nacht Jane Gute Nacht Helene Wir wechselten einen Kuß und überließen uns dem Schlummer Es war heller Tag als ich erwachte überall herrschte eine ungewöhnliche Bewegung Als ich die Augen öffnete sah ich mich in den Armen der Krankenwärterin die mich in den Schlafsaal trug Man schalt mich daß ich mein Bett verlassen hatte auf alle meine Fragen erhielt ich keine Antwort Aber einige Tage nachher erfuhr ich daß Miß Temple als sie am frühen Morgen in ihr Zimmer zurückgekehrt war mich auf Helenes Bett meinen Kopf an ihre Schulter gelehnt und meine Arme um ihren Nacken geschlungen gefunden hatte Ich war ein geschlafen Helene war gestorben So hatte denn die Vorsehung mich wieder von der einzigen Freundin getrennt die mir den Aufenthalt in Lowood einigermaßen erträglich machte Denken Sie sich meinen Schmerz Miß Temple diejenige der Lehrerinnen welche mir und Helene noch die meiste Teilnahme bewies ist fast die einzige welche ich mit dankbarer Erinnerung aus meinem traurigen Aufenthalt in Lowood erwähnen kann Sechs Jahre blieb ich Schülerin in jener Anstalt und hatte während dieser Zeit die vorhandenen Mittel zu meiner Ausbildung so gut benutzt daß ich die letzten zwei Jahre meines Aufenthalts zur Unterlehrerin avancierte Ich war selbst eine leidliche Musikkennerin geworden und bediente mich ziemlich gewandt des Pinsels was für meine späteren Jahre die Quelle mancher Erheiterung geworden ist Warum sollte ich Sie verehrte Freundin durch Erzählung dessen ermüden was mir sonst in Lowood begegnet ist Ist es mir doch fast selbst aus dem Gedächtnis entschwunden so eintönig und einförmig folgte ein Tag dem andern deshalb erwähne ich nur des Ereignisses welches zunächst mich zu dem Wunsche veranlaßte Lowood zu verlassen Nachdem ich acht Jahre daselbst zugebracht verheiratete sich Miß Temple und verließ Lowood das mir von diesem Augenblicke an ein unerträglicher Aufenthalt wurde Ich überzeugte mich jetzt daß das was ich für Verständigkeit für eine nie zu erschütternde philosophische Resignation für den festen Willen auf dem bescheidenen Wege fortzuschreiten den mir die Vorsehung für immer angewiesen zu haben schien gehalten hatte nichts anderes war als die Wirkung der aufrichtigsten Freundschaft und der heilsamen Ratschläge Miß Temples Mit ihr schwand meine Seelenruhe mit ihr flohen die frommen Vorsätze zu leben und zu sterben wo ich nützlich sein konnte indem ich Waisen wie ich den Unterricht erteilte den ich selbst dem öffentlichen Mitleid verdankte Nachdem ich mich einige Zeit selbst getäuscht und die Traurigkeit von der ich mich ergriffen fühlte der Sehnsucht nach meiner abwesenden Freundin zugeschrieben hatte machte ich eines Tages ohne mir eigentlich selbst Rechenschaft darüber geben zu können die