düster brennendes Licht Miß Temple war nicht zugegen ich erfuhr später daß sie zu einer anderen Schülerin gerufen worden war welche phantasierte Ich trat näher und legte die Hand an den Vorhang Ich fühlte jedoch daß ich sprechen mußte ehe ich ihn zurückzog Wenn dieser Körper ein Leichnam wäre dachte ich Helene bist du wach fragte ich dann mit leiser Stimme Es regte sich etwas der Vorhang öffnete sich wie von selbst und ich blickte in ein blasses eingefallenes aber vollkommen heiteres Gesicht Meine Befürchtungen waren sogleich verschwunden Wie Jane du bist hier fragte mich Helene mit der lieblichen Stimme deren Zauber mich so oft gefesselt hatte Mit einem so ruhigen Blicke und einer so festen Stimme kann man nicht sterben sagte ich zu mir selbst und beugte mich über das Bett um meine Freundin zu umarmen Ihre Stirn war kalt ihre Wange ebenfalls ihre Hände und Arme waren abgemagert aber ihr Lächeln war noch das nämliche wie früher Ich erzählte ihr mit wenig Worten ich hätte erfahren daß ihre Krankheit schlimmer geworden sei und ich hätte nicht einschlafen können ohne sie vorher einmal zu sehen Nun wohl entgegnete sie du kommst gerade noch zur rechten Zeit um Abschied von mir zu nehmen Du reisest also ab Helene Du kehrst nach Hause zurück Ja erwiderte sie nach Hause nach Hause für immer Meine Augen füllten sich mit Tränen und die Stimme versagte mir als ich diese trüben Prophezeiungen widerlegen wollte Ein heftiger Husten der aber die Wärterin nicht aufweckte verhinderte Helene einige Minuten am Sprechen Dann sagte sie viel leiser zu mir Deine Füße sind bloß Jane lege dich zu mir und verbirg sie unter der Decke Ich erfüllte ihren Wunsch Sie schlang ihren Arm um mich und drückte mich an ihre Brust Ich bin glücklich wahrhaft glücklich Jane fuhr sie nach einer ziemlich langen Pause mit schwacher Stimme fort Wenn man dir sagen wird daß ich tot bin so betrübe dich nicht es ist nicht der Mühe wert Früher oder später muß es doch dahin kommen und die Krankheit welche mich verzehrt ist nicht schmerzhaft Sie verschlimmert sich allmählich fast ohne daß ich es bemerke und läßt meine Seele vollkommen ruhig Niemand wird meinen Verlust bedauern Mein Vater hat sich seit kurzem wieder verheiratet und er wird mich daher nicht sehr vermissen Indem ich jung sterbe entgehe ich vielen Leiden Ich besitze nicht das was nötig ist um es in der Welt zu etwas zu bringen Immer und überall würde man mich zu tadeln und über mich zu klagen haben Aber Helene fragte ich sie ängstlich weißt du wohin du gehst Ich gehe zu Gott denn ich glaube an ihn Ich zähle die Stunden die mir noch bis zu dem Augenblicke übrig bleiben der ihn mir offenbaren wird Gott ist mein Vater und mein Freund Und wenn ich sterbe werde ich dich wiedersehen Ohne allen Zweifel dort oben bei dem der uns beide erschaffen hat Es drängten sich noch viele andere Fragen auf meine Lippen aber Helenes ruhiger Glaube