ich ihr in Gegenwart der versammelten sechzig Schülerinnen die Schlüssel einhändigte Es war ungefähr zwei Monate nach der Zeit als mir die unerwartete Erbschaft zufiel Glücklich in dem Bewußtsein meine Pflichten gegen diese jungen Mädchen in reichem Maße erfüllt zu haben glücklich auch darüber wie ich ganz offen gestehe daß ich endlich meine Selbständigkeit erlangt hatte ließ ich mir einen Ausruf entschlüpfen über den mein Koadjutor fast entrüstet war so daß sein ohnehin schon ernstes Gesicht einen besorgten Ausdruck annahm Worin besteht denn die Ruhe nach der Sie sich so außerordentlich sehnen fragte er mich woher rührt die neue Freude die ich in Ihren Augen lese und wie werden Sie die Freiheit anwenden die Gott Ihnen verleiht O fürchten Sie nichts Schlimmes lieber Vetter es ist keineswegs meine Absicht mich dem Müßiggange zu ergeben Fürs erste müssen Sie mir Hannah abtreten Bedürfen Sie ihrer Ich brauche sie dringend nötig um sie mit nach Marsh-End zu nehmen wohin ich für nächsten Dienstag Diana und Mary eingeladen habe Ich will daß Marsh-End vor ihrer Ankunft von oben bis unten gewaschen und gereinigt werden soll Von oben bis unten hören Sie wohl Ich möchte fast sagen daß Sie kaum die volle Bedeutung dieser Worte verstehen werden obgleich sie weder Sanskrit noch Pali sind Man muß sich im Fußboden der Zimmer spiegeln können es darf weder Holz noch Steinkohlen gespart werden um alle Feuchtigkeit aus dem Hause zu entfernen es muß jedes Möbel jedes Bett jeder Stuhl jeder Tisch und jeder Teppich mit mathematischer Genauigkeit gestellt werden und was die Vorräte von Kuchen Konfitüren und Gelees betrifft so verlassen Sie sich auf die Tätigkeit Hannahs die ich durch meine genauen Anweisungen unterstützen werde Mit einem Worte ich will und diese Absicht wird hoffentlich nichts Beleidigendes für Sie haben daß Diana und Mary in Marsh-End das schöne Ideal eines angenehmen Empfangs wenn nicht das schöne Ideal einer Cousine finden Saint-John beglückte mich abermals mit einem flüchtigen Lächeln doch augenscheinlich nur ungern Dies ist ganz gut für die Gegenwart sagte er zu mir und ich bewillige Ihnen mit Vergnügen zwei Monate um mit Muße Ihres neuen Reichtums und Ihrer neuen Verwandten zu genießen aber nachher hoffe ich daß Sie Ihre Blicke über die Familienfreuden und über den Horizont eines engherzigen Egoismus und seiner fast entwürdigenden Befriedigungen hinaus richten werden Ich blickte ihn erstaunt an Warum sprechen Sie in einem solchen Tone mit mir Saint-John sagte ich dann wissen Sie wohl daß ich es fast boshaft von Ihnen finde meine unschuldige Heiterkeit so zu stören Ich frage Sie warum tun Sie das Um Sie daran zu erinnern daß Sie Gott verantwortlich sind für die Fähigkeiten und Talente die er Ihnen verliehen hat seien Sie versichert daß ich sorgfältig über deren gute Benutzung wachen werde denn es ist meine Pflicht und mein Recht Daher rate ich Ihnen schon jetzt den unbesonnenen Eifer zu mäßigen mit welchem Sie sich rein weltlichen Genüssen hingeben Ihre Tatkraft und Energie wollen zu weniger alltäglichen Beschäftigungen verwendet sein Lenken Sie sie nicht auf