Elend wie ein bleiches naktes Gespenst das neben mir saß und mich fragend anblickte Ich beneidete jetzt das Loos der Biene die ich um den Blumenkelch schwärmen sah aus denn sie ihre Nahrung sog oder der Eidechse welche munter aus den Spalten des Gesteins hervorschlüpfte Ich bedauerte daß es meinem Schöpfer nicht gefallen hatte mich während dieses Schlummers in dem ich einen Augenblick Vergessenheit aller meiner Leiden gefunden hatte von der Welt abzurufen Da er mich aber noch am Leben gelassen so mußte ich auf die Mittel denken die Last meiner Trübsal weiter zu tragen und meine Aufgabe zu vollenden Ich brach daher wieder auf Als ich Whitcroß erreicht hatte befragte ich wegen der Wahl des Weges den ich einschlagen sollte nur die Richtung der Sonne deren lästige Strahlen ich möglichst zu vermeiden suchte und ich schritt vorwärts so lange meine Kräfte es mir erlaubten fest überzeugt daß ich dahin ging wohin Gott mich rief Als ich einen Augenblick stehen blieb um Odem zu schöpfen vernahm ich zu meiner Rechten die Töne einer Glocke Ich blickte nach der Gegend woher das Läuten kam und bemerkte hinter den Bäumen halb verborgen das Dach einer Kirche Zu gleicher Zeit sah ich auf dem Wege den ich gekommen war einen mit Ochsen bespannten schweren Karren So erschienen mir das Gebet und die Arbeit als die beiden großen Heilmittel aller Uebel des Lebens zusammen vereinigt Ich nahm diese sinnbildliche Lehre an und schritt gerade auf das Dorf zu Sogleich am Eingange desselben fiel mein Blick auf die ausgelegten Brötchen eines Bäckerladens Das lebhafte Vergnügen welches ihr Anblick und ihr Geruch mir verursachte erinnerte mich an den Hunger den ich empfand Ueberdies fühlte ich daß es etwas Erniedrigendes für mich sein würde wenn ich vor Hunger auf der Straße dieses Dorfes ohnmächtig werden sollte Daher fragte ich mich sogleich ob ich nichts bei mir hätte ich einige von diesen Brötchen erhalten könnte Ich entdeckte nichts als das seidene Tuch das ich um den Hals trug und meine Handschuhe Aber wie sollte ich diesen Tausch anbieten und mußte ich nicht erwarten daß er mir abgeschlagen wurde Gleichviel sagte ich zu mir selbst ich will es versuchen Ich trat in den Laden Eine Frau welche sich darin befand kam mir sogleich entgegen und fragte mich mit aller Höflichkeit auf die ich nach meinem Aeußeren Anspruch machen zu können schien was ich wünschte Diese unpassende Höflichkeit beschämte mich Ich hielt es nicht mehr für möglich meine abgetragenen Handschuhe und mein zerknittertes Halstuch anzubieten daher begnügte ich mich damit um die Erlaubniß zu bitten mich einen Augenblick sitzen zu dürfen indem ich mich mit einer außerordentlichen Ermüdung entschuldigte Verdrießlich sich auf diese Art eine Käuferin entgehen zu sehen von der sie ohne Zweifel etwas Besseres erwartet hatte gestattete mir die Bäckerin kalt mein Ansuchen indem sie mir einen Stuhl bezeichnete auf den ich mich niederließ Bald traten mir die Thränen in die Augen da ich aber fühlte wie wenig sie hier an ihrem Platze sein würden unterdrückte ich sie