die Hehren der Religion Auskunft welche allein vermögen Dich dauernd zu beglücken Zu alle menschlichen Verhältnisse tief eingreifend gebieten sie in diesem Falle Liebet Eure Feinde segnet die Euch fluchen thut wohl Denen die Euch beleidigen und verfolgen Nach diesen Vorschriften rief ich aus müßte ich Mistreß Reed auch lieben und dies kann ich nicht ich müßte ihren Sohn John segnen und dies ist unmöglich Jetzt verstand Helene mich nicht denn meine Lebensgeschichte war ihr noch unbekannt Es war eine ganz natürliche Gelegenheit sie ihr zu erzählen und von diesem Augenblicke an war unsere Freundschaft noch viel inniger Ich könnte Ihnen kaum sagen wie viel Wochen Monate oder Jahre sie dauerte so sehr ist mir das Maß jener Zeit entschwunden die uns langsam aber unbewußt verstrich Ich weiß nur daß ich mich während eines der schönen aber verderblichen Frühlinge die ich oben erwähnt habe in dem mit Blumen geschmückten Garten allein befand ohne die Freundin deren Umgang mir unsere freien Stunden so heilbringend versüßt hatte Helene war krank Es vergingen mehre Wochen ohne daß mir erlaubt wurde sie zu besuchen Ich wußte nicht in welchem Theile des Hauses sie lag denn man hatte sie nicht in den gemeinschaftlichen Saal der Fieberkranken gebettet Sie hatte nicht den Typhus Auf alle meine Fragen erhielt ich zur Antwort sie habe die Auszehrung und ich stellte mir unter diesem unbestimmten Worte einen Zustand kaum fühlbarer und leicht zu heilender Schwäche vor den die Zeit und eine sorgfältige Pflege sicher heben mußten Ueberdies hatte ich einige Male aus dem Fenster der Klasse gesehen und es hatte mich noch mehr beunruhigt daß Miß Temple diejenige unserer Lehrerinnen welche Helene und ich am Meisten liebten meine Freundin an warmen Nachmittagen in den Garten führte Man gestattete mir jedoch niemals zu ihr zu gehen und mit ihr zu sprechen Ich konnte sie kaum erkennen da ihr Gesicht immer mit einem grünen Schleier verhüllt war Als ich an einem Juniabende aus dem Walde zurückkehrte in den man uns spazieren geführt hatte sah ich im Mondenscheine vor der Gartenthür den Poney des Herrn Bates unsers Arztes stehen Eine von uns bemerkte daß wahrscheinlich eine sehr gefährliche Kranke in der Anstalt sei da so spät nach dem Arzte geschickt worden war Ich achtete wenig auf diese Aeußerung und blieb vor meinem kleinen Blumenbeete stehen auf das ich einige Blumen pflanzen wollte die ich mit aus dem Walde gebracht hatte weil sie verwelken könnten wenn ich dis morgen wartete Die von Thränen des Abends benetzten Blumen strömten süße Wohlgerüche aus das noch feurige Abendroth versprach einen eben so schönen Tag als der vergangene gewesen war der Mond stieg prachtvoll in dem dunkeln Blau des Osten empor und dies Alles brachte mich auf den Gedanken daß es doch recht traurig sei im Bett liegen zu müssen und ein so herrliches Schauspiel nicht genießen zu können Ich dache ferner daß es noch viel schmerzlicher sein würde diese schöne duftende alle Sinne berauschende Welt verlassen zu müssen um in eine andere zu gehen die Niemand