in Jamaika sein Gast gewesen war ich wußte bis jetzt noch nicht daß er diese Insel besucht hatte dem nie hatte er in unseren Unterhaltungen etwas von weiten Reisen erwähnt Während ich über diesen an sich ziemlich unbedeutenden Umstand nachdachte trat ein Bedienter ein um nach dem Feuer zu sehen und sagte dann Mr Eshton leise einige Worte auf welche dieser ohne sich im Lesen der Times hören zu lassen in verdrießlichem Tone erwidere Saget ihr daß ich sie hinauswerfen lasse wenn se nicht gutwillig geht Was giebt es denn fragten sogleich mehrere Stimmen Eine Närrin eine Zigeunerin ist hier versetzte der erste Magistratsbeamte in dem nämlichen Tone welche den Damen wahrsagen will Nun warum nicht rief Blanca Ingram sogleich die in allen Dingen nach Effect haschte Da ihre Mutter sich hinein mischen wollte sagte sie zu dieser Bitte liebe Mutter kümmern Sie sich nicht um diesen kleinen Scherz er ist nur für uns junge Mädchen Der erstaunte Bediente blickte Herrn Eshton an um zu erfahren ob er gehorchen sollte aber ein entschiedener Befehl Blanca 's machte seiner Unschlüssigkeit ein Ende Er entfernte sich daher und kehrte mit der Meldung zurück daß die Wahrsagerin im Bibliothekzimmer neben dem Salon ihre Kunst zeigen wolle Blanca Ingram eröffnete den Reigen und drang beherzt in des Zaubergemach ohne es zuzugeben daß ihre Mutter sie begleitete Nach einer zehn Minuten langen Conferenz kam sie zurück und sprach kein Wort war aber augenscheinlich sehr gedankenvoll Ihre Schwester und zwei andere junge Damen folgten nacheinander ihrem Beispiele und Jede von ihnen trat mit einer Miene von Staunen und Entsetzen wieder ein Die Zauberin hatte ihnen Dinge gesagt unerhörte Dinge Sie kannte sie Alle und wußte ihre tiefsten Geheimnisse Es war fürchterlich wunderbar unglaublich Durch das allgemeine Erstaunen wurde die Neugier der anwesenden jungen Männer erregt und sie wollten ebenfalls in die Bibliothek gehen aber Sam der Bediente welcher das Amt des Huissiers versah erklärte daß die Wahrsagerin sie nicht vorlassen wolle und nur ein noch im Salon befindliches junges Mädchen erwarte mit der sie ihre Berathungen schließen werde Damit war ich gemeint Nicht wenig überrascht durch diese unvermuthete Ehre wartete ich nicht so lange bis sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf mich lenkte und ging ohne mich nöthigen zu lassen in die Bibliothek Hier saß die geheimnißvolle Sibylle am Kamin in einen langen rothen Mantel gehüllt und einen alten schwarzen Hut auf dem Kopfe der vermittelst eines unter dem Kinn zusammengeknüpften Schnupftuches festgehalten wurde Sie las oder stellte sich als lese sie in einem kleinen schwarzen Buche das man hätte für ein Gebetbuch halten können Sie schloß es um mir scharf in’s Gesicht zu blicken wobei sie darauf bedacht war den Schirm ihres großen Hutes tiefer in die Augen zu drücken Sie wollen also daß ich Ihnen wahrsage fragte sie mich Nicht ich sondern Sie haben es gewollt entgegnete ich Lassen Sie Ihre Hand sehen Sie würden darin gewiß nichts sehen gute Frau wenn ich nicht zuvor einen Schilling hineinlegte Da ist er Jetzt sprechen Sie