wenn meine Laufbahn einmal gewählt und meine Pflichten mir vorgezeichnet wären Er sagte er habe mich stets fügsam eifrig uneigennützig fleißig muthig heldenmütig und zugleich sanft gefunden und das Vertrauen das er in mich setze könne und müsse auch ich mir selbst bewilligen Ich erkannte die Nothwendigkeit die beiden von dem würdigen Geistlichen an mich gerichteten Wünsche auf einmal entschieden abzulehnen Um ihn jedoch nicht zu beleidigen erbat ich mir eine viertel Stunde Bedenkzeit da ich von der richtigen Voraussetzung ausging daß meine Antwort ihm dann als das Resultat einer sorgfältigen Prüfung erscheinen und ihn verhindern würde mich mit weiteren Bitten zu bestürmen Er entfernte sich und ich sah in weiter Entfernung ihn zum Gebet knieen und sich dann niedersetzen Nach einiger Zeit hatte Saint-John seinen Sitzplatz verlassen und ging langsam auf mich zu ich ging ihm entgegen Nun Jane fragte er mich Saint-John in dem ehrenden Antrage den Sie mir gemacht haben erkenne ich das Vertrauen mit welchem Sie mich beehren ich kann Ihnen aber nur wiederholen daß ich nicht den Beruf zu Missions-Werken in mir erkenne Da Sie dies nun für Ihre Lebensaufgabe halten so kann ich nicht Ihre Gattin werden aber Sie sind mein Adoptivbruder und haben mich als Schwester angenommen Diese fingirte Verwandtschaft wollen wir fortbestehen lassen jedoch an keine engere Verbindung denken Es ist so besser Ein Seufzer war die ganze Antwort welche Saint-John für mich hatte Schweigend ging er von meiner Seite nach Hause zurück Achte Abtheilung Sehnsucht nach Thornfield-Hall Beinahe ein Jahr war jetzt seit meiner Entfernung von Thornfield-Hall verflossen Alle meine Bemühungen irgend eine Auskunft über Rochester zu erhalten waren erfolglos geblieben und so wurde der Wunsch in mir rege mich selbst nach der Umgegend von Thornfield-Hall zu begeben um an Ort und Stelle Auskunft über den zu erhalten der wie ich mir selbst sagen mußte doch noch immer meine ganze Liebe besaß An einem Juni-Morgen sagte ich meinen Freundinnen die mich ihre Schwester nannten beim Frühstück daß ich Marsh-End auf kurze Zeit verlassen wolle um einen Freund zu besuchen dessen Schicksal mich seit einigen Tagen beunruhige Sie hätten mir bemerken können daß ich nie in unseren vertraulichsten Gesprächen dieses Freundes erwähnt hatte dessen Existenz ich ihnen plötzlich entdeckte Aber ein zartes Schicklichkeitsgefühl hielt sie ab das geringste Befremden gegen mich zu äußern Sie fügten sich stillschweigend allen meinen Wünschen und ließen mir die nämliche Freiheit die ich ihnen in ähnlichen Fällen zugestanden haben würde Um drei Uhr Nachmittags verließ ich Marsh-End Um vier Uhr gelangte ich an den Kreuzweg bei Whitcroß um hier die vorüberfahrende Diligence zu erwarten Als sie ankam erkannte ich den nämlichen Wagen aus dem ich an einem schönen Sommerabende an der nämlichen Stelle gestiegen war aber ohne Ziel ohne Hoffnung und mit einer Verzweiflung erfüllt welche ich damals für unheilbar hielt Ich stieg ein ohne dies Mal zur Bezahlung des Platzes mein ganzes Vermögen ausgeben zu müssen und als ich mich auf dem Wege nach Thornfield befand fühlte ich mich so heiter und vergnügt wie die Taube