gebrauchen Ausdrücke die nicht für Sie passen weil sie unweiblich leidenschaftlich und unwahr sind Ihre Reden verrathen einen bedauernswerthen Gemüthszustand und verdienen eine strenge Ahndung Fast sind Sie nicht zu entschuldigen allein es ist eine heilige Pflicht seinem Nächsten zu vergeben und wäre es auch zum siebenundsiebzigstenmale Ich war nun fertig Während ich den ernstlichen Wunsch hegte das Andenken an eine frühere Beleidigung aus seinem Gedächtniß zu verwischen hatte ich dem hartnäckigen Gemüthe eine neue noch weit empfindlichere Unbill zugefügt die ihm tief in die Seele brannte Nun hassen Sie mich ganz gewiß sagte ich Es ist nutzlos einen weiteren Versuch zur Versöhnung zu wagen ich sehe daß ich Sie mir auf ewig zu Feinde gemacht habe Diese Worte brachten ihm eine neue und um so empfindlichere Wunde bei als sie der Wahrheit nahe kamen Die blassen Lippen erzitterten in einem augenblicklichen Krampfe ich kannte die Stärke der Leidenschaftlichkeit die ich geweckt hatte und bitteres Leid erfüllte mein Herz Sie legen meine Worte ganz falsch aus sagte ich seine Hand erfassend ich habe durchaus nicht die Absicht Sie zu verletzen Ihnen wehe zu thun gewiß nicht Er lächelte bitter und entzog mir seine Hand Und Sie nehmen nun Ihr Wort zurück und gehen ganz und gar nicht nach Indien mit sagte er nach einer beträchtlichen Pause Als Ihre Gehilfin will ich Sie gern begleiten Ein langes Stillschweigen trat ein Welcher Kampf indessen zwischen seiner angeborenen Gemüthsbeschaffenheit und seinem edleren Selbst stattfand weiß ich nicht zu sagen Nur so viel sah ich daß seine Augen wunderbare Strahlen schossen und daß düstere Schatten über sein Gesicht hinzogen Endlich begann er zu sprechen Ich bewies Ihnen schon einmal wie unsinnig es wäre wenn sich ein lediger Mann meines Alters von einem jungen Mädchen Ihres Alters in einem fremden Welttheil begleiten ließe Ich bewies es Ihnen in einer Art die Ihnen meiner Ansicht nach die Lust zu einer jeden ferneren Anspielung auf einen solchen Plan benehmen mußte Daß Sie es trotzdem noch einmal versuchen thut mir um Ihretwillen sehr leid Eine Gehilfin die nicht mein Weib ist kann ich nicht brauchen Es scheint also daß Sie mich nicht begleiten können allein wenn es Ihnen mit Ihrem Anerbieten ernst ist so will ich in der Stadt mit einem verehelichten Missionär sprechen dessen Weib einer Gehilfin bedarf Ihr Vermögen wird Sie von der Unterstützung der Missionsgesellschaft unabhängig erhalten und Ihnen durch dieses Auskunftsmittel die Schande erspart Ihr Wort zu brechen und die heilige Schaar der Sie sich anzuschließen versprachen schmählich zu verlassen Nun hatte ich wie sich der Leser zu erinnern weiß kein förmliches Versprechen gegeben und durchaus keinen Vertrag abgeschlossen Seine Redeweise war also viel zu hart und despotisch für diese Sachlage Ich erwiderte Es kann hier weder von Schande noch von Wortbruch die Rede sein Ich bin nicht die geringste Verbindlichkeit eingegangen nach Indien zu reisen und am allerwenigsten mit Fremden Mit Ihnen hätte ich alles gewagt alles ertragen weil ich Sie bewundere auf Sie vertraue und Ihnen mit schwesterlicher Liebe zugethan bin aber