ich überzeugt daß auch ihm daran gelegen sein mußte mich von Thornfield zu entfernen Eine wahre reine Liebe konnte er nach allem zu schließen nie für mich gefühlt haben und es war bloß eine blinde Leidenschaft die sich seiner bemächtigt hatte umsomehr mußte ich nun jedes Zusammentreffen mit ihm vermeiden denn auch ihm mußte mein Anblick verhaßt sein O wie blind war ich gewesen wie thöricht hatte ich mich betragen Meine Augen waren geschlossen und tiefe Finsterniß schien mich zu umgeben trübe Gedanken durchzogen meine Seele Mir selbst überlassen ohne Schutz und Hilfe kam es mir vor als läge ich in einem ausgetrockneten Flußbette und als hörte ich von der Ferne einen Waldstrom heranbrausen und hätte weder den Willen aufzustehen noch die Kraft zu entfliehen Nur die eine Idee lebte mit aller Kraft in mir der Gedanke an Gott Ich sagte ein stilles Gebet her denn ich besaß nicht Kraft genug es über meine Lippen zu bringen Bleibe bei mir flehte ich denn das Unglück naht und es ist niemand da der mich schützte Und es war nahe und da ich in Tagen des Glückes vergessen hatte den Himmel zu bitten er möge es von mir abwenden so kam es unaufhaltsam und mit voller Macht über mich Mein Selbstbewußtsein war gebrochen meine Liebe geknickt meine Hoffnungen vernichtet mein Vertrauen untergraben Jene bittere Stunde der Wahrheit getreu zu beschreiben wäre unmöglich es war als stünde ich im Wasser und versänke im bodenlosen Schlamm und als schlügen die Wellen über meinem Haupte zusammen XII Gegen Abend hob ich den Kopf wieder in die Höhe sah um mich erblickte die Sonne die im Westen ihrem Untergange zueilte und frug mich was ich nun thun sollte Doch die Antwort die mir mein Verstand darauf gab Thornfield sofort zu verlassen lautete so niederschlagend daß ich nichts davon hören mochte Daß ich nicht mehr Eduard Rochester 's Braut bin sprach ich zu mir selbst ist mein geringster Schmerz daß ich aus den schönsten Träumen erwachte und die Wirklichkeit mit all ihren Schrecken vor mir sehe ist ein Zustand den ich ertragen konnte allein der Gedanke ihn mit einemmale und für imm er vergessen zu müssen ist mir fürchterlicher als alles Nein das vermag ich nicht Darauf versicherte mich die Stimme der Vernunft ich könne und werde es auch thun und ich schwankte hin und her Ich wollte schwach sein um den Leidensgang der vor mir lag vermeiden zu können doch das Gewissen trat mit Entschiedenheit auf entschlossen die Leidenschaft niederzuhalten Nun denn so mag man mich von hier losreißen rief ich und es ein Anderer thun Du selbst mußt Dich losreißen lautete der Ausspruch der Vernunft und niemand soll Dir dabei helfen Du selbst wirst Dir Dein rechtes Auge ausstechen und Dir die rechte Hand abhacken Dein Herz soll das Opfer sein und Du der Priester der es durchbohrt Voll Furcht über die mich umgebende Stille und voll Entsetzen über diese Mahnung meines besseren Selbst sprang ich auf Der Kopf drehte sich mir und ich bemerkte