Geschöpf Die ganze Nacht weinte es in seiner Wiege aber es schrie nicht aus voller Brust wie andere Kinder es wimmerte und ächzte bloß Reed hatte Mitleid mit dem Dinge er hätschelte und wiegte es als wäre es sein eigen wohl mehr noch als seine eigenen Kinder in gleichem Alter Er wollte seine Kinder sollten mit der kleinen Bettlerin freundlich sein allein die theuren Herzenspuppen konnten sie nicht leiden und er wurde ordentlich böse wenn sie ihre Abneigung an den Tag legten Während seiner letzten Krankheit hatte er sie beständig an seinem Bette und eine Stunde bevor er verschied forderte er mir einen Eidschwur ab das Kind im Hause behalten zu wollen Ebenso gerne hätte ich mich eines Sprößlings aus dem Arbeitshause angenommen allein Reed war schwach von Natur aus schwach John ist seinem Vater ganz und gar nicht ähnlich John ist wie ich und wie meine Brüder ein echter Gibson Oh ich wollte nur er plagte mich in seinen Briefen nicht mehr um Geld Ich kann ihm nichts mehr geben wir sind beinahe arm geworden Ich muß die Hälfte meiner Dienstleute verabschieden und einen Theil des Hauses absperren und vermiethen Ich kann mich dazu durchaus nicht entschließen und doch muß ich es Wie wollen wir sonst auskommen Zwei Dritttheile meines Einkommens gehen darauf die Interessen von Leibrenten zu zahlen John spielt entsetzlich und verspielt immer Der arme Junge Er ist in die Hände von Gaunern gerathen er ist sehr tief gesunken er sieht schrecklich aus ich schäme mich seiner wenn ich ihn sehe Sie wurde immer aufgeregter Ich dächte es wäre besser ich verließe sie jetzt sagte ich zu Bessie die mir gegenüber am Bette stand Vielleicht Miß allein sie spricht des Abends immer so des Morgens ist sie ruhiger Ich stand auf Bleib rief Mistreß Reed Ich wollte noch etwas sagen Er droht mir er droht mir immer mit seinem oder mit meinem Tode und zuweilen träumt mir daß ich ihn öffentlich ausgestellt sehe mit einer großen Wunde am Halse oder mit einem schwarzen geschwollenen Gesichte Ich bin sehr in die Enge getrieben ich habe schwere Sorgen Was soll ich thun Woher soll ich Geld schaffen Bessie versuchte es nun sie zu bewegen einen beruhigenden Trank zu nehmen es gelang ihr nur mit vieler Mühe Bald darauf wurde Mistreß Reed ruhiger und versank in eine Art Bewußtlosigkeit Ich verließ sie Mehr als zehn Tage verflossen bevor ich mich mit ihr wieder in eine Unterredung einlassen konnte Entweder lag sie in Bewußtlosigkeit oder in Schlafsucht und der Arzt verbot aufs strengste alles was sie in Aufregung versetzten konnte Mittlerweile suchte ich mit Georginen und Elisen so gut wie möglich auszukommen Sie waren gegen mich anfänglich sehr kalt Elise saß halbe Tage lang mit Nähen Lesen und Schreiben beschäftigt und sprach nur selten ein Wort mit mir oder ihrer Schwester Georgine plapperte ganze Stunden mit ihrem Canarienvogel ohne mich zu beachten Allein ich war fest entschlossen keine Verlegenheit um Beschäftigung oder Unterhaltung blicken zu lassen ich hatte mein Zeichengeräth mitgebracht