das Gemach leer ein großes Feuer brannte im marmornen Camin und Wachslichter erglänzten zwischen den ausgesuchten Blumen welche die Tische schmückten Der carmoisinrothe Vorhang deckte den Schwibbogen eine dünne Scheidewand doch sprach die Gesellschaft im benachbarten Speisesaale so leise daß man über ein halblautes Gemurmel hinaus von ihren Gesprächen nichts vernehmen konnte Adela die noch immer unter dem Einflusse der feierlichsten Gefühle zu stehen schien setzte sich ohne ein Wort zu sagen auf einen Schemel den ich ihr anwies Ich zog mich in eine Fensterbrüstung zurück und versuchte es in einem Buche zu lesen das ich vom Tische aufnahm Adela brachte ihren Sitz zu meinen Füßen und ehe wenige Minuten vergingen zupfte sie mich am Arme Was ist 's Adela Est-ce que je ne puis pas prendre une seule de ces fleurs magnifiques Mademoiselle Seulement pour completer ma toiletta Sie denken zu viel an Ihre Toilette Adela doch sollen Sie eine Blume haben Und ich nahm eine Rose aus der Blumenvase und ich steckte sie ihr vor die Brust Sie stieß einen Seufzer unaussprechlicher Befriedigung aus als hätte nun ihr Glück den höchsten Gipfel erreicht Ich wandte mein Gesicht ab um ein Lächeln zu verbergen das ich nicht unterdrücken konnte der Ernst und die angeborene Verehrung der kleinen Pariserin für Toilettesachen hatten etwas Lächerliches und zu gleicher Zeit auch Peinliches an sich Ein leises Geräusch ließ vermuthen daß die Gäste vom Tische aufstanden der Vorhang wurde zurückgeschoben und man sah das Speisezimmer dessen Kronleuchter auf das Silber und Glasgeschirr eines prachtvollen Dessertservice hernieder strahlte das einen langen Tisch bedeckte eine Gruppe geschmückter Damen stand unter dem Schwibbogen sie überschritten die Schwelle und der Vorhang wurde hinter ihnen zugezogen Es waren ihrer nur achte doch als sie hereinschwebten machten sie den Eindruck einer viel größeren Anzahl Einige darunter waren sehr schlank viele ganz weiß angezogen und alle schleppten ihre faltigen bauschigen Anzüge nach die ihre Gestalten zu vergrößern schienen wie der Nebel den Mond vergrößert Ich stand auf und verbeugte mich eine oder zwei Damen nickten mit dem Kopfe die Anderen glotzten mich bloß an Sie vertheilten sich im Gemache durch die Leichtigkeit und Lebhaftigkeit ihrer Bewegungen erinnerten sie an eine Heerde Schwäne Einige warfen sich in halbliegender Stellung auf die Sophas und Ottomanen einige bogen sich über die Tische und musterten Blumen und Bücher der Fest umstand in einem Halbzirkel das Feuer Alle sprachen mit einer gedämpften doch deutlichen Stimme die ihnen angeboren schien Ihre Namen erfuhr ich zwar später doch mögen sie hier ebenso gut erwähnt werden Da war zuerst eine Mistreß Eshton mit ihren beiden Töchtern Augenscheinlich mußte sie ehedem eine schöne Frau gewesen sein und sah noch jetzt sehr gut aus Amy die älteste Tochter war etwas klein naiv und kindlich in Gesicht und Manieren und ihrem ganzen Aeußern nach pikant ihr weißes Musselinkleid und der blaue Gürtel standen ihr gut Die jüngere Tochter Louise war schlanker und von eleganterer Gestalt ihr sehr hübsches Gesicht gehörte derjenigen Gattung an welche der Franzose minois chiffonné’ nennt beide Schwestern