noch bis zur Hochzeit übrig wären Dann und wann schien eine trübe Ahnung sich seiner zu bemächtigen und wenn ich ihn bat mir die Befürchtung mitzutheilen welche ihn zu quälen schien so antwortete er durch ein gezwungenes Lächeln hätte ich in die Zukunft blicken können so würde ich diese Befürchtung erkannt und weh sie nur zu sehr getheilt haben Neuntes Kapitel Die Braut am Traualtar Ich hatte die vier gefährlichen Wochen glücklich überstanden und der Tag unserer Verbindung war gekommen Es war Alles für die unmittelbar nachher festgesezte Abreise vorbereitet gepackte und geschnürte Koffer füllten mein kleines Zimmer Sie waren noch mit den schon geschriebenen Adressen zu versehen auf denen ich mit Erstaunen den Namen einer Person las von der ich mir noch keine klare Vorstellung machen konnte „Mistreß Jane Rochester in London.“ Sophie kam sehr früh zu mir um mich anzukleiden und wahrscheinlich brauchte sie viel Zeit dazu denn Rochester ließ sich in seiner Ungeduld nach dem Grunde meines langen Ausbleibens erkundigen Dann hörte ich seine unwillige Stimme am Fuße der Treppe und indem ich mich endlich den allzu diensteifrigen Händen meines Kammermädchens entzog eilte ich hinunter in den Speisesaal Mr Rochester erwartete mich mit Sehnsucht umarmte und küsste mich „Nun bist Du bald nicht mehr die elternlose Waise – sagte er das arme von den Launen des Schicksals und der Hartherzigkeit der Menschen herumgestoßene Mädchen nun bist du bald mein auf ewig meine zärtlich geliebte Gattin die Lebensbegleiterin eines Mannes der Deinen hohen Werth vollständig erkannt hat und der es fortan für seine Lebensaufgabe halten wird Dich zu beglücken.“ Hierauf meinen Anzug musternd sagte er mir allerlei Schmeichelhaftes wovon mir unter andern noch die Worte erinnerlich sind „Du bist schön wie eine Lilie Dann verließ er mich auf kurze Zeit um der Dienerschaft mehrere Befehle zu ertheilen „Wenn wir aus der Kirche zurückkommen muß der Wagen in völliger Bereitschaft zur Abreise sein die Koffer müssen aufgepackt und der Kutscher auf dem Bocke sein “ hörte ich ihn seinen Dienern sagen Dann ließ Rochester ein Frühstück für mich serviren aber es war mir unmöglich etwas von den aufgetragenen Speisen zu berühren Rochester war so beschäftigt daß er mein gezwungenes Fasten nicht bemerkte und er fragte mich nach einigen Minuten ob ich bereit sei Auf meine bejahende Antwort nahm er meinen Arm und zog mich so rasch mit sich fort daß ich Mühe hatte ihm zu folgen Mistreß Fairfax erwartete uns im Vestibul und ich hätte gern mit ihr gesprochen aber es war mir nicht möglich da eine eiserne Hand mich fortzog und da besonders der Ausdruck in Rochesters Zügen keine Minute Aufenthalt gestatte so energisch prägte sich der Wille in denselben aus ohne Aufschub und sobald als möglich das Ziel zu erreichen Am Eingange des Kirchhofs hielten wir an und hier erst bemerkte Rochester daß ich ganz außer Athem war „Nicht wahr ich bin hart in meiner Liebe “ sagte er zu mir „Wir wollen einen Augenblick stehen bleiben Jane stütze Dich auf mich.“ Ich sehe sie noch vor