erwarte mit der sie ihre Berathungen schließen werde Damit war ich gemeint Nicht wenig überrascht durch diese unvermuthete Ehre wartete ich nicht so lange bis sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf mich lenkte und ging ohne mich nöthigen zu lassen in die Bibliothek Hier saß die geheimnißvolle Sibylle am Kamin in einen langen rothen Mantel gehüllt und einen alten schwarzen Hut auf dem Kopfe der vermittelst eines unter dem Kinn zusammengeknüpften Schnupftuches festgehalten wurde Sie las oder stellte sich als lese sie in einem kleinen schwarzen Buche das man hätte für ein Gebetbuch halten können Sie schloß es um mir scharf in’s Gesicht zu blicken wobei sie darauf bedacht war den Schirm ihres großen Hutes tiefer in die Augen zu drücken „Sie wollen also daß ich Ihnen wahrsage “ fragte sie mich „Nicht ich sondern Sie haben es gewollt entgegnete ich „Lassen Sie Ihre Hand sehen.“ „Sie würden darin gewiß nichts sehen gute Frau wenn ich nicht zuvor einen Schilling hineinlegte Da ist er Jetzt sprechen Sie ohne Rückhalt Sie werden mich nicht erschrecken.“ „Ihre Hand hat keine Linien sie ist zu schön ich kann damit nichts anfangen.“ „Ich habe es mir gedacht “ versetzte ich „Uebrigens ist das Schicksal auch nicht in die Hand geschrieben sondern auf die Stirn um die Augen in die Augen selbst.“ Es folgten nun eben nicht Prophezeihungen wie die Wahrsagerinnen dies gewöhnlich thun sondern eine Reihe Sentenzen wie sie gewöhnlich in den Gesprächen vorkamen wenn Mr Rochester sich früher mit mir unterhalten hatte Als die Wahrsagerin zu Ende war gab sie mir ihre Hand in welcher ich zu meinem Erstaunen einen Ring des Mr Rochester gewahrte „Genug des Scherzes “ rief jetzt Mr Rochester indem er den Hut von sich warf und die Schnur des rothen Mantels zerriß so dass er herabfiel „Sie zürnen mir wahrscheinlich daß ich Ihnen so viele Thorheiten gesagt habe vielleicht mit dem Gedanken daß Sie auch einige sagen würden Aber auf meine Ehre Sie würden Unrecht gethan haben Ich habe mich dadurch nur noch mehr von Ihrer Verschwiegenheit Ihrer Besonnenheit und Ihrer Geistesgegenwart überzeugt.“ Ein kurzes Nachdenken bewies mir daß er Recht hatte Ich hatte von Anfang an ohne selbst recht zu wissen warum eine Verkleidung geahnet „Was thun sie im Salon “ fragte Mr Rochester in ungezwungenem Tone Diese Frage warf mich unsanft in die Wirklicheit zurück und ohne sie direct zu beantworten erwiderte ich „Wissen Sie daß diesen Nachmittag ein Fremder hier angekommen ist “ „Ein Fremder Davon weiß ich nichts Wer kann es sein ich erwartete Niemanden Hat er sich wieder entfernt “ „Keineswegs er hat sich auf seine nahe Bekanntschaft mit Ihnen berufen um Ihre Rückkehr zu erwarten.“ „Hat er seinen Namen nicht genannt “ „Er heißt Mason und kommt wenn ich nicht irre von Spansh-Town auf der Insel Jamaika.“ Rochester war aufgestanden und hatte meine Hand ergriffen als wollte er mich zum Sitzen nöthigen Kaum hatte ich die letzten Worte ausgesprochen so drückte er meine Hand mit krampfhafter Heftigkeit das Lächeln erstarrte auf seinen