zugeworfen und verschlossen Dies war mein Todesstoß und ich war vernichtet Weiter gehen konnte ich nicht denn ich hatte seit vierundzwanzig Stunden nichts gegssen und meine Kräfte waren gänzlich erschöpft Die Angst preßte mir neue Tränen aus ich rang verzweiflungsvoll die Hände und fiel auf die feuchten Stufen vor der Haustür nieder Jetzt erschien mir das Gespenst des Todes in seiner ganzen Gräßlichkeit denn ich sah ein daß ich den Morgen nicht erleben würde Alle Hoffnung aller Mut hatte mich verlassen Mit einem letzten Schimmer des Vertrauens flüsterte ich indessen noch die Worte vor mir hin „Etwas Schlimmeres kann mir doch nicht mehr geschehen als daß ich sterbe und ich glaube an Gott Ich werde daher in stiller Ergebenheit warten daß er mir seinen Willen kund gibt.” Dann drängte ich all mein Elend in mein Herz zurück und bot alle Energie meines Wissens auf um ihm Schweigen zu gebieten 12 Kapitel Die Rettung der Waise „Jedes Geschöpf muß sterben ” sagte plötzlich eine ernste Stimme welche zwei Schritte von mir aus der Dunkelheit kam aber nicht jedes Geschöpf ist dazu verurteilt eines gräßlichen und vorzeitigen Todes zu sterben wie der welcher dich erwartet wenn dir nicht geholfen wird.” Eine Gestalt trat aus dem dunklen Gebüsch hervor näherte sich der Tür und klopfte mehrere Male mit dem Hammer an „Sind Sie es Mr Saint-John “ rief die Stimme der alten Magd im Innern „Ich bin es öffne sogleich.“ Die Alte gehorchte „Da ist die Landstreicherin noch “ rief sie als sie mich erblickte Allein der Hausherr gebot ihr alsbald Stillschweigen „Du tatest deine Pflicht “ sagte er indem du dieses Weib abwiesest ich tue die meinige wenn ich sie eintreten lasse Reiche ihr die Hand und führe sie ins Haus ich will die Sache aufklären.“ Ich zitterte heftig und war kaum imstande zu gehen so daß ich mich auf den dargebotenen Arm der Magd stützen mußte um in die warme Küche zu gelangen in die ich vor einigen Minuten einen sehnsüchtigen Blick geworfen hatte Hier mußte ich ein stummes aber aufmerksames Examen bestehen das mir durch das Bewußtsein meines äußeren Elends und meines unordentlichen Anzugs nur um so peinigender war Zum Glück dauerte es nicht lange Ich wurde von einem Schwindel ergriffen und sank in einen Stuhl welcher an der einen Seite des Herdes stand Ich hörte nun einige Worte des Mitleids von den sanften Stimmen der beiden jungen Damen Ich fühlte daß sie mir die Bänder meines Strohhutes aufknüpften und eine von ihnen deren schmerzliche Bewegung sich durch ihre stockenden Atemzüge verriet hielt mir eine Tasse mit Milch an den Mund in welche sie einige Semmelschnitte getan hat Ich hatte kaum einige Bissen davon genossen und mich ein wenig erholt so nahm Mr Saint-John mir die Tasse aus der Hand „O warum tust du das lieber Bruder “ rief die ältere von den beiden Mädchen „Es ist genug für den Augenblick liebe Diana Du willst gewiß auch nicht daß sie sich Schaden tut.“ Als er sah daß ich endlich sprechen