mich an der Thür meines Zimmers sitzend erwartete „Endlich “ sagte er zu mir ich wartete hier bis Du aus Deinem Zimmer kommen würdest und wußte nicht was ich von dieser Todtenstille denken sollte Wenn sie noch länger gedauert hätte so würde ich es nicht länger ertragen und diese verwünschte Thür eingeschlagen haben Warum hat meine Jane allein weinen wollen an meinem Herzen sollten ihre Thränen fließen Wie Jane fuhr er nach einer kurzen Pause fort „hast Du nicht einmal ein Wort des Vorwurfs für mich Glaubst Du Jane daß ich Dich so habe beleidigen wollen Wirst Du mir nie vergeben “ „Wie thöricht bin ich “ fuhr Rochester fort als ich nicht sogleich antwortete „Sie glaubt ich bin verheirathet muß ich sie nicht zuerst enttäuschen Wenn sie Alles weiß was ich weiß dann wird sie auch denken wie ich Jane meine heißgeliebte Jane laß Deine Hand in der meinigen und schenke mir einige Aufmerksamkeit Wirst Du mich kurze Zeit anhören können “ „Stunden lang wenn es sein muß.“ „O ich bedarf nur einige Minuten So höre denn meine Jane Um meinem älteren Bruder alle Familienbesitzungen zu sichern so daß der Glanz der Rochester durch ihn repräsentirt würde und um mich möglichst zu entschädigen waren alle Bestrebungen meines Vaters darauf gerichtet mich mit einem möglichst reichen Mädchen zu verheirathen Ein weitläuftiger Bekannter meines Vaters Mr Mason auf Jamaika gab seiner Tochter Bertha fünfzigtausend Pfund Sterling als Mitgabe Dieser Umstand entschied über mein Schicksal Als ich die Universität verließ wurde ich nach Jamaika geschickt mit dem Bedeuten ich werde eine Braut finden die Schönste unter den Schönen der Colonie Und dies war keine Uebertreibung Auch die Eltern der reichen Erbin denen der Name Rochester ein glücklicher Fund für ihre Tochter zu sein schien boten Alles auf um den ihnen zugesendeten jungen Mann zu fesseln Meine Sinne mein Stolz und mein jugendlicher Ehrgeiz wurde zu gleicher Zeit angeregt Ich sah Bertha nur in Gesellschaften wo sie von Huldigungen umgeben war wo sie in dem doppelten Glanze des Reichthums und der Schönheit strahlte Durch tausend wohlberechnete Kunstgriffe bethört und von den schmeichelhaften Auszeichnungen geblendet mit denen die stolze Schönheit überhäuft wurde heirathete ich sie ohne sie zu kennen ohne zu wissen welches lebhafte Blut welche verderbliche Keime in ihr lagen und ohne daß man mich von der Existenz meiner Schwiegermutter unterrichtete die sich seit mehreren Jahren in einem Irrenhause befand Als die Verbindung geschlossen war wurden meine Illusionen bald gestört Wenige Tage waren hinreichend damit ich zu meinem tiefen Schmerz die gemeinen Neigungen den beschränkten Geist und den gefährlichen Charakter des jungen Mädchens erkannte die ich zur Gefährtin meines Lebens erwählt hatte Ich fand in ihr sehr bald ein Gemisch von Einfalt angeborener Schlechtigkeit Leichtsinn und Heftigkeit Noch traurigere Erfahrungen zeigten mir die Zukunft in der drohendsten Gestalt und meine neue Familie als unwürdig meiner Achtung Ein weniger starker Charakter würde unter der Last eines solchen nicht wieder gut zu machenden Unglücks erlegen sein Ich kämpfte vier Jahre lang indem ich meinen tiefen