Wood „ist es wirklich nicht zu beseitigen “ „Sie sollen selbst darüber urtheilen erwiderte der Fremde indem er einige Schritte näher trat „Das Hinderniß besteht ganz einfach in der Existenz einer ersten Ehe Mr Rochester hat eine Frau die noch am Leben ist “ Nie hatte ein Donnerschlag meine Nerven so heftig erschüttert als diese letzten in dem natürlichsten Tone gesprochenen Worte Ich blickte Rochester an und dies zwang ihn mich ebenfalls anzusehen Sein Gesicht war eine steinerne Maske seine Augen glichen zwei weißglühenden Kohlen Er leugnete nichts er schien bereit Allem zu trotzen „Wer sind Sie “ fragte er hierauf den Unbekannten „Ich heiße Briggs und bin Advokat in London.“ „Und Sie wollen mich mit dem Geschenk einer Frau beehren “ „Ich will Sie nur daran erinnern daß Ihre Frau lebt von Gott wenn auch nicht von Ihnen als solche anerkannt.“ „Werden Sie die Güte haben mir zu sagen wer sie ist wie sie heißt und wo sie wohnt “ „Allerdings mein Herr.“ Der Advokat zog ganz gelassen ein Blatt Papier aus seiner Tasche dessen Inhalt er mit der seinem Stande eigenthümlichen halblauten und näselnden Stimme vorlas „Ich behaupte und kann es beweisen daß Eduard Fairfax Rochester von Thornfield-Hall in der Grafschaft und von Ferndean-Manor in der Grafschaft in England am 20 October 18 vor fünfzehn Jahren mit meiner Schwester Bertha Antoinette Mason Tochter Jonas Masons Kaufmanns und Antoinettens seiner Frau creolischer Abkunft in der Kirche zu Spansh-Town ehelich verbunden worden ist Die Originalurkunde dieser Ehe existirt in den Registern der genannten Kirche Gegenwärtig Unterzeichnet Richard Mason.“ „Angenommen auch die Erklärung sei authentisch “ versetzte Rochester „so beweist sie höchstens nur daß ich verheirathet gewesen bin nicht aber daß die Frau von der man als von der meinigen spricht noch am Leben ist.“ „Vor drei Monaten war sie es noch “ erwiderte der Advokat sogleich „Können Sie das beweisen “ „Ich habe einen Zeugen dafür den Sie wohl schwerlich verwerfen werden.“ „So stellen Sie diesen Zeugen oder gehen Sie zum Teufel “ rief Mr Rochester der seine erzwungene Ruhe nicht länger zu behaupten vermochte „Gut mein Herr ich will die Alternative welche Sie mir lassen benutzen um diese kleine Reise nicht zu machen Treten Sie näher Mr Mason.“ Dieser Name brachte eine blitzschnelle und zauberhafte Wirkung auf Rochester hervor die ich allein bemerkte Rochester wendete sich nach ihm um und warf ihm einen Blick zu dessen drohender Ausdruck Alles befürchten ließ Er ging auf seinen Schwager zu erhob seine gewaltige Hand nach ihm und ich glaubte diesen schon am Altar niederstürzen zu sehen Allein er wich zurück indem er Gottes Beistand anrief und seine Feigheit rettete ihn Die Verachtung löschte wie ein eiskalter Wasserstrom den glühenden Zorn Rochesters der seinen Arm sogleich sinken ließ und nur sagte „Sprechen Sie was haben Sie zu sagen “ Der erschrockene Mason begann einige unzusammenhängende Worte zu stammeln Der Priester kam ihm zu Hilfe indem er Rochester an die Achtung vor der Heiligkeit des Ortes erinnerte „Sind Sie gewiß “ fragte er Mason