mich seinen Armen und blieb siegreich und stolz vor ihm stehen „Es sei denn “ entgegnete er mir „Ihr Wille allein mag über Ihr Schicksal entscheiden ich trage Ihnen meine Hand mein Herz und Ihren Antheil an Allem an was ich auf der Welt besitze.“ Ich war im Augenblick wie vom Donner gerührt meine Ueberraschung überstieg jede Beschreibung die ich Ihnen davon geben könnte „Ich sollte über diesen Scherz lachen Mr Rochester und doch “ „Und doch ist nichts ernster als das “ fiel er ein „Lassen Sie sich nicht von der Ueberspannung hinreißen welche soeben noch Ihre Worte dictirte Bleiben Sie einige Augenblicke ruhig und gelassen ich selbst will Ihnen mit gutem Beispiele vorangehen.“ Er schwieg in der That und blieb unbeweglich Ein Windhauch strich sanft durch den Lorbeergang über die dichtbelaubten Zweige des alten Kastanienbaumes und verlor sich in dem unendlichen Raume Als dieses leise Geräusch erstarb ließ sich ein anderes vernehmen es war der Gesang einer Nachtigall in dem fernen Gehölz Als ich es hörte fühlte ich meine Thränen wiederkehren Rochester sah mich mit ernster Zärtlichkeit weinen „Kommen Sie an meine Seite Jane sagte er endlich „dieses lange dauernde Mißverständniß muß aufhören Kommen Sie was fürchten Sie denn “ Ach ich fürchtete noch daß er über meine Leichtgläubigkeit spottete „Ihre Braut steht zwischen uns “ sagte ich Er stand plötzlich auf und stand mit einem Schritte neben mir „Meine Braut ist hier “ rief er aus indem er mich von Neuem an sich zog Hier ist sie denn hier habe ich meines Gleichen gefunden Jane wollen Sie meine Gattin werden “ Da ich nicht sogleich antwortete fuhr er fort „Ich sehe daß ich noch immer ein Lügner in Ihren Augen bin Was bedarf es denn um Sie zu überzeugen meine kleine Zweiflerin Als ob Sie nicht wüßten daß ich Miß Ingram nie geliebt habe Und was ihre Liebe zu mir betrifft so habe ich mir die Mühe genommen sie auf die Probe zu stellen Es genügte mir zu diesem Zwecke ihr zu verstehen zu geben daß ich zwei Drittheile meines Vermögens verloren hätte Von diesem Augenblicke an konnte ich um ihre Hand Zanhalten ohne zu fürchten daß sie mir gewährt würde Meine Berechnung bewährte sich als vollkommen richtig Die Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit die mir früher von diesen stolzen Damen erwiesen waren hatten nicht meiner Person sondern meinem Vermögen gegolten Als in Folge meiner Andeutungen auf dies letztere nicht mehr zu rechnen war trat in ihrem Benehmen gegen mich eine Veränderung ein die sich nur wenig von Beleidigung und Haß unterschied Die Coquette welche Sie für meine Braut hielten schien meine Besuche nur noch zu dulden und auf eine passende Gelegenheit zu warten um meine Zudringlichkeit zu rügen Nein ich wollte und konnte Miß Ingram nicht heirathen Sie sind es das kleine sonderbare Mädchen die kaum aus dieser Welt ist die weder Vermögen noch eine Familie besitzt und die so viele Leute häßlich finden Sie sind es die ich bitte meine Hand anzunehmen.“ „Ist dies wirklich wahr “