rebellischen Herzens zu mildern verließ ich das Fenster und ging mit Adele in mein Zimmer die untröstlich war daß sie diesen schönen Damen nicht vorgestellt wurde und den verwickelten Operationen ihrer Toilette nicht beiwohnen durfte „Wenn Mama Besuch hatte “ sagte sie fast weinend zu mir und besonders Damen so begleitete ich sie überall hin Oft sah ich die Kammermädchen ihre Gebieterinnen ankleiden und das war so unterhaltend man lernt dabei am besten wie man sich kleiden muß.“ Die Klagen Adelens so wie die Nothwendigkeit uns mit dem Diner zu beschäftigen diente dazu mich zu zerstreuen In dem allgemeinen Tumult hatte man uns ganz aus den Augen verloren und ich musste meine Zuflucht zur Speisekammer nehmen wenn ich mit meinem Zöglinge nicht Hunger leiden wollte Der Abend verging ohne daß uns die Ehre zu Theil wurde in den Salon gerufen zu werden Am folgenden Morgen nach dem Frühstück verließen diese Glücklichen der Erde das Schloß um einen Ausflug in die Umgegend zu machen Bei ihrer Zurückkunft beobachtete ich sie wie am vorigen Tage sie kamen in der nämlichen Ordnung an Von den Damen war Miß Ingram allein zu Pferde und Mr Rochester ritt neben ihr Sie waren getrennt von der übrigen Gesellschaft und neigten sich gern zu einander um einige wahrscheinlich sehr vertraute Worte zu wechseln „Nun wie gefällt sie Ihnen “ fragte mich Mistreß Fairfax welche hinter mich getreten war ohne daß ich es bemerkt hatte „Es ist mir von hier aus nicht möglich ihr Gesicht gut zu erkennen.“ „Sie werden sie diesen Abend in der Nähe sehen Mr Rochester hat mir aufgetragen Ihnen zu sagen daß er Sie und Adele nach dem Diner im Salon erwartet Da er Ihre Abneigung gegen zahlreiche Gesellschaften kennt setzte er sogar hinzu würde er Sie selbst holen wenn es sein müßte Zu diesem äußersten Schritte wollte ich ihn keineswegs zwingen Als daher die bezeichnete Stunde kam ging ich in Begleitung Adelens die in ihrem vollen Glanze war und es kaum wagte eine Bewegung machen aus Furcht eine Falte ihres Kleides oder eine Locke ihres Haares in Unordnung zu bringen hinunter in den Salon Zum Glück für meine Schüchternheit war die Tafel noch nicht aufgehoben und ich konnte mich in den dunkelsten Winkel des Salons setzen in welchem leider zwei mit Wachskerzen beladene Kronleuchter nur zu viel Licht verbreiteten Er war nur durch einen seidenen Thürvorhang von dem Speisesaale getrennt und ich hörte daher zuweilen Bruchstücke von der Unterhaltung obgleich die Gäste eben nichts laut sprachen Nach einigen Minuten wurde der Thürvorhang zurückgeschlageng und ich vernahm das Geräusch der hin und hergeschobenen Stühle alsbald traten acht mit der ausgesuchtesten Eleganz gekleidete Damen nach einander in den Salon und der Vorhang Fiel wieder herab indem er mir den Anblick eines lukullischen Desserts entzog Ich will sie Ihnen nicht näher beschreiben wozu auch mit mehr oder weniger bedeutenden Abweichungen hakten alle diese stolzen Damen die nämliche vornehme und ruhige Miene die nämliche hochmüthige Ungezwungenheit die nämlichen angelernten Bewegungen die nämliche kalte Freundlichkeit Einige erwiderten meinen