diente ich ihm zugleich als Stütze und als Führerin Schweigend kehrten wir nach Ferndean-Manor zurück 18 Kapitel Der Waise Vermählung Am nächsten Dienstage wurde ich Rochesters Gattin ich brauche Ihnen nicht zu sagen werte Freundin welche Gefühle an diesem Tag mich bestürmten und wie lebhaft die Erinnerung an den Tag bei mir wurde an welchem vor einem Jahr meine Hochzeit angesetzt war Unsere Trauung fand ohne andere Zeugen als den Priester und seinen Gehilfe statt Als wir aus der Kirche zurückkamen ging ich in die Küche w John und Mary mit den Anstalten zum Mittagsmahle beschäftigt warem „Meine Lieben “ sagte ich zu Ihnen „Mr Rochester und ich haben uns soeben ehelich verbunden Hier ist unser Hochzeitsgeschenk.“ Mit diesen Worten legte ich eine Fünfpfundnote auf den Tisch Sie warfen kaum einen Blick darauf „Ist es möglich Miß “ erwiderte Mary nun das freut mich herzlich Ich sah Sie wohl mit dem Herrn weggehen aber so etwas ahnte ich nicht.“ „Und ich “ sagte John mit einem Lächeln und einer ehrerbietigen Verbeugung „ich habe es mir gedacht daß Mr Edward dies im Sinne hatte und ich glaube er hat wohl daran gelan.“ Ich schrieb nun sogleich nach Marsh-End um das Geschehene zu berichten und es unter dem wahren Gesichtspunkte darzustellen Diana und Mary antworteten mir umgehend und ihre Briefe drückten ihre beifällige Zustimmung aus Wie Saint-John die Nachricht von meiner Verbindung aufnahm weiß ich nicht denn er beantwortete meinen Brief nicht Erst nach sechs Monaten schrieb er mir aber ohne Rochesters oder meines neuen Verhältnisses mit einer Silbe zu erwähnen Das Schreiben war streng gehalten doch alles erwogen sprach sich eine ziemlich lebhafte Zuneigung darin aus Wir haben seitdem regelmäßig obwohl nicht häufig mit einander korrespondiert Eine meiner ersten Sorgen nach meiner Vermählung war daß ich Adele in der Pensionsanstalt besuchte wohin Rochester sie gebracht hatte Die lebhafte Freude welche sie bei meinem Wiedersehen an den Tag legte gewann ihr mein Herz das ihr ohnehin schon zugetan war Ich fand sie bleich und eingefallen Sie sagte mir sie sei nicht glücklich und ich überzeugte mich in der Tat daß die Disziplin in dieser Schule zu streng und die Studien für ein Kind ihres Alters zu schwer waren Ich nahm sie daher mit mir um meine frühere Beschäftigung als Gouvernante bei ihr fortzusetzen Aber dies war nur eine schöne Illusion Meine Zeit und meine Pflege gehörten fortan einem anderen Wesen das mich ganz in Anspruch nahm und dem ich mich mit Freuden ungeteilt widmete Ich mußte mich daher nach einer anderen Anstalt umsehen wo die Erziehung der Fähigkeiten unserer kleinen Französin welche große Nachsicht und Schonung bedurfte angemessener war Es gelang mir eine solche zu finden und sie war nicht zu weit von uns entfernt daß ich nicht mehrere Male des Jahres meinen ehemaligen Zögling hätte besuchen können um mich zu überzeugen daß sie keine Ursache hatte ihr Los zu beklagen Sie gewann auch wirklich bald ihren kindlichen Frohsinn wieder und der ihr zu Teil werdende Unterricht trug reiche Früchte Sie haben