dass ich das Wasser aus dem Glase halb verschüttete Und wie mein Herz klopfte Mary zeigte mir den Weg und öffnete mir die Tür Das Zimmer hatte ein trauriges Aussehen Ein fast erloschenes Feuer knisterte im Kamin und zu diesem Feuer herabgebeugt den Kopf an eine der gotischen Säulen des großen Kamins gelehnt stand der blinde Bewohner dieser öden Stätte in tiefes Nachdenken versunken Sein alter Hund Pilot lag zusammengerollt in einem Winkel als wollte er sich vor den Füßen schützen die ihn zuweilen wider ihren Willen treten mochten Als er mich erblickte schüttelte er die Ohren wedelte mit dem Schweife und kam mir wie früher entgegengesprungen der Präsentierteller wäre mir fast aus den Händen gefallen Dies alles machte natürlich Geräusch und Mr Rochester wandte sich mechanisch um zu sehen woher das Geräusch kam Aber mit einem Seufzer kehrte er das Gesicht alsbald wieder dem Feuer zu „Gib mir das Glas Wasser Mary “ sagte er zu mir Als ich das schon halb leere Glas nahm um es ihm in die Hand zu geben wollte Pilot abermals an mir emporspringen und ich rief daher unbedachtsam „Couche Pilot leg dich “ Mr Rochester der schon das Glas zum Munde geführt hatte setzte es wieder ab und lauschte Dann trank er jedoch stellte das Glas wieder auf den Präsentierteller und fragte mich leicht hingeworfen Du bist es doch Mary nicht wahr du bist es “ „Mary ist in der Küche “ antwortete ich ihm mit einer unbeschreiblichen Angst Er streckte hastig die Hand aus aber ohne mich zu erreichen „Wer ist hier wer sind Sie “ fragte er mich mit unverkennbarer Aufregung und indem er sich vergebens bemühte die Dunkelheit vor seinen Augen zu durchdringen „Sprechen Sie noch einmal damit ich Sie höre rief er in dem gebieterischen Tone der mich früher oft verletzt hatte „Brauchen Sie noch etwas mehr Wasser haben Sie noch Durst “ „Was ist das Wer ist hier Wer spricht mit mir Ist es eine Illusion oder bin ich wahnsinnig “ Er streckte die Arme aus ich ergriff seine rechte Hand und drückte sie mit Innigkeit „Es sind ihre Finger rief er wieder ihre niedlichen zarten Finger Es ist ihr Arm ihre Schulter “ Er umschlang mich mit seinen kräftigen Armen und drückte mich an sich „Es ist Jane ja sie ist es es war ihre Stimme “ „Und es ist auch ihr Herz Mr Rochester das sich glücklich fühlt an dem Ihrigen zu schlagen.“ „Ja sie ist es wirklich wiederholte er immer wieder Es ist Jane Eyre meine Jane Eyre sie spricht sie lebt Aber ich habe so oft schon geträumt daß ich sie so in meinen Armen hielt während sie mir sagte daß sie mich liebe sich meinen Küssen hingab Sollte dies wieder ein Traum sein Ach wenn du wieder fliehen mußt lieblicher Schatten dann geschehe es wenigstens nicht eher als bis deine Lippen meine Stirn berührt haben “ „O mit Freuden “ rief ich und küßte seine ehedem so glänzenden jetzt aber erloschenen Augen dann