Erinnerungen an unterhaltende Gespräche und stets die Aussicht aus seinem reichen Schatz an Wissen und Erfahrung zu lernen daß ich kein Gesicht lieber sah als das seinige und mir seine Gegenwart das Zimmer mehr zu erhellen schien als der hellste Lichterglanz Die Leichtigkeit seiner Manieren überwand meine Zurückhaltung die freundliche Offenheit mit der er mich behandelte zog mich zu ihm hin Ich hatte zuwelen das Gefühl als sei er viel eher ein Verwandter von mir als mein Herr mitunter nahm er freilich auch gegen mich einen gebieterischen Ton an aber er verletzte mich nicht ich wußte das war so seine Gewohnheit Ich war so zufrieden mit dem neuen Leben das seine Anwesenheit in Thornfield hier schuf daß ich aufhörte mich nach eigenen Verwandten zu sehnen ich fühlte mich befriedigt und das blieb nicht ohne günstigen Einfluß auf meine Gesundheit ich wurde stärker und kräftiger Eines Abends als ich mich zu Bett gelegt und mein Licht bereits ausgelöscht hatte überkam es mich wie eine Furcht daß Mr Rochester abreisen könnte und wir zu der früheren einförmigen Lebensweise zurückkehren müßten Gewiß wird er bald wieder fortgehen dachte ich Mrs Fairfax sagt ja daß er selten länger als vierzehn Tage hier bleibt und jetzt ist er schon acht Wochen hier Was mag ihn diesem Hause so entfremden Wenn er fortgeht und etwa den Frühling Sommer und Herbst hindurch fortbleibt kann ich mir die sonnigen und schönen Tage gar nicht froh denken Ich weiß nicht ob ich nach diesen Gedanken eingeschlafen war oder nicht wenigstens fuhr ich von meinem Lager empor und war völlig wach als ich ein sonderbares Geräusch über meinem Haupte wie es mir schien vernahm ein dumpfes unverständliches Murmeln Ich wünschte ich hätte mein Licht brennen lassen denn die Nacht war stockfinster Ich setzte mich im Bett aufrecht und horchte Das Geräusch verstummte Ich versuchte wieder einzuschlafen aber mein Herz klopfte ängstlich Die Uhr in der Halle schlug zwei Da war es mir als ob etwas den Korridor entlang schlich und sich mit den Händen an der Wand entlang tastend meine Stubenthür berührte Wer ist daR rief ich Niemand antwortete Ich war von Furcht gelähmt Plötzlich fiel mir ein daß es Pilot sein könnte es kam nicht selten vor daß die Küchenthür ofen blieb und er dann den Weg zu Mr Rochesters Zimmer suchte und sich auf dessen Schwelle niederlegte ich selbst hatte ihn zuweilen dort gefunden wenn ich morgens vorüber ging Dieser Gedanke beruhigte mich etwas und ich legte mich wieder nieder Stille beruhigt die Nerven und da jetzt wieder im ganzen Hause vollkommene Ruhe herrschte fühlte ich daß auch der Schlaf wiederkehrte Aber das Schicksal wollte nicht daß ich in dieser Nacht schlafen sollte Kaum war ich wieder in einen traumhaften Schlummer versunken als ich aufs neue emporgeschreckt wurde dieses Mal durch ein dämonisches leises unterdrücktes Lachen das durch das Schlüsselloch iu mein Zimmer zu dringen schien und mir das Mark erstarren machte Das Kopfende meines Bettes war nahe an der Thür und ich dachte zuerst der gespenstige Lacher