sehe diese Malereien sind unter ein und derselben Hand entstanden war das die Ihrige Ja Und wo haben Sie die Zeit dazu hergenommen Denn sie haben viel Zeit und auch einiges Nachdenken gekostet ich habe sie in Lowood in den beiden letzten Ferien gemacht wo ich keine andere Beschäftigung hatte Wo hahen Sie Ihre Vorlagen hergenommen Aus meinem eigenen Kopfe Beherbergt dieser Kopf noch mehr dergleichen Ich denke wohl hoffentlich beherbergt er noch manches Bessere Er breitete die Gemälde wieder vor sich aus und betrachtete sie aufs neue nach einander Während er so beschäftigt ist will ich Dir lieber Leser erzählen was sie darstellen doch muß ich zuvor bemerken daß sie nichts Bewundernswertes sind Was sie darstellten hatte in der That lebhaft vor meiner Seele gestanden ich sah es klar und deutlich mit meinem geistigen Auge bevor ich es zu verkörpern suchte aber meine Hand kam meiner Phantasie nicht nac und ich brachte in jedem Falle nur ein schwaches Abbild dessen zu stande was mir vorschwebte Die Gemälde waren in Wasserfarhen Das erste stellte eine bewegte See dar über der niedrige und schwere Wolken lagen der ganze Hintergrund war dunkel und ebenso der Vordergrund oder vielmehr die erste Welle denn Land war nirgend auf dem Bilde Ein Lichtstrahl beleuchtete einen halb versunkenen Mast auf dem ein dunkler großer Seerabe mit von Schaum bedeckten Scwingen saß in seinem Schnabel hielt er ein mit Juwelen besetztes Armband das ich mit den glänzendsten Farben gemalt hatte die meine Palette enthielt und so hervortretend wie ich es nur im stande war Hinter dem Mast und Vogel sah man durch das grüne Wasser eine im Untersinken begrifßene Leiche das einzige Glied derselben welches man noch deutlich erkennen konnte war ein schöner Arm dem das Wasser oder der Rabe das Armband entrissen haben mußte Das zweite Gemälde zeigte im Vordergrund die Spitze eines Hügels der mit Gras bewachsen war Darüber und darunter breitete sich der Himmel aus so dunkelblan wie er um die Dämmerungszeit anszusehen pflegt In dem Blau des Himmels zeicnete sich eine Frauengestalt ab für die ich die Farben so zart gemischt hatte wie ich es irgend vermochte Die blasse Stirn war von einem Sterne gekrönt ihre übrigen Züge waren wie vom Nebel verhüllt die Augen blickten düster und wild das Haar umfloß sie wie ein dunkler Schatten wie eine Wolke welche der Sturm zerrissen hatte auf dei Nacken lag ein blasser Schein wie vom Licht des Mondes und derselbe Schein streifte die dünnen Wolken aus denen die Erscheinung des Abendsterns auftauchte Das dritte Bild zeigte die Spize eines Eisbergs welche den nordischen Winterhimmel durchdrang ein Nordlicht am Horizont warf seine blassen Strahlen auf den Hintergrund Im Vordergrund erhob sich ein Kopf ein kolossaler Kopf der dem Eisberg zugeneigt war und sich an ihn anlehnte Zwei dünne Hände stüzten den Kopf und verhüllten den unteren Teil des Gesichts mit einem schwarzen Schleier der obere war blutlos und totenblaß und aus ihm blickte ein Auge heroor das hohl und starr aussah aber in dem dennoch